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Der Mensch ist anatomisch kein Fleischfresser!

Das Bild des Höhlenmenschen mit der Mammut-Keule in der Hand, der unbarmherzige Großwildjäger, auf dessen Speiseplan sich außer rotem Fleisch höchstens ein paar im Wald mühsam gesammelte Beeren und Nüsse finden: Gerade von Steak-Liebhabern und natürlich auch der Fleischindustrie wird es gerne gezeichnet, um den täglichen Konsum von Fleisch als natürlich und überlebensnotwendig zu rechtfertigen. Kann sich dieses Klischee jedoch auch wissenschaftlich betrachtet halten? Ist der moderne Mensch aus anatomischer Sicht ein Fleischfresser? Was spricht gegen diese Behauptung?

In diesem Artikel werde ich darlegen, warum der Mensch von der Natur nicht als Fleischfresser auserkoren wurde und welche Unterschiede es zwischen Fleisch- und Pflanzenfressern gibt.

Die Zähne des Menschen im Vergleich zu Fleischfressern

Der Mensch ein Pflanzenfresser

Ein Gebiss, das offensichtlich wenig Ähnlichkeiten mit unserem aufweist.

Fleischfresser besitzen bekanntlich lange, scharfe Zähne sowie spitze Eckzähne zum Fangen und Reißen von Beute. Na? Was sagt Dir ein Blick in Deinen Mund? Der Mensch, sowie auch viele andere Pflanzenfresser haben lediglich stumpfe Backenzähne, mit denen sie ihre Nahrung zermahlen und zerquetschen können.

Unser Kiefer: Zu viel Bewegungsradius

Ein weiteres Argument, das den modernen Menschen in die Kategorie der Pflanzenfresser einreiht: Fleischfresser können ihren Kiefer nur auf- und abwärts bewegen. Pflanzenfresser hingegen sind in der Lage, Seitwärtsbewegungen durchzuführen – so wie auch der Mensch.

Der Speichel: Zu wenig Säure im Mund

Was den Menschen ebenfalls von einem Fleischfresser unterscheidet: Fleischfresser haben einen säurehaltigen Speichel – dieser wird zum Aufspalten von tierischem Eiweiß benötigt. Die Enzyme Amylase und Ptyalin, die zum Spalten von Kohlenhydraten von Nöten sind, besitzt der Fleischfresser im Gegensatz zum Menschen nicht.
Der Speichel des Menschen sowie der von Pflanzenfressern ist außerdem alkalisch bzw. basisch. Dieses Milieu remineralisiert die Zahnsubstanz und schützt so vor Karies. Daher sollte in der Mundhöhle immer auf ein angemessenes Säuren-Basen-Verhältnis geachtet werden.

Der Magen: Komplett anderer Aufbau bei Fleischfressern

Während der Magen eines Fleischfressers wie ein einfacher, runder Sack mit glatter Oberflächenstruktur aussieht, der bis zu 10-mal mehr Säure zum Aufspalten des tierischen Eiweißes produziert als der von Menschen und Pflanzenfressern, haben deren Mägen eine längliche Form, sind kompliziert gefurcht und produzieren weitaus weniger Säure, da sie an sich zum Verdauen von pflanzlicher Kost nicht benötigt wird.

Unser Darm: 12-mal so lang wie unser Körper

Um Fleischnahrung schnell verarbeiten zu können – Fleisch fault bekanntlich schnell – haben Fleischfresser einen verhältnismäßig kurzen Darm. Fäulnisgifte stellen nämlich eine Gefahr für die Gesundheit eines jeden Lebewesens dar. Der Darm von Fleischfressern ist daher nur etwa 3-mal so lang wie ihr Körper.

Im Gegensatz dazu ist Dein und mein Darmsystem sowie das von Menschenaffen etwa 12-mal so lang wie der Körper. Diese Beschaffenheit sorgt dafür, dass die Nahrung möglichst lange im Körper verbleibt und optimal ausgenutzt und verwertet werden kann. Wenn aber Fleisch so lange im Organismus verbleibt, besteht eben die Gefahr von Schädigungen durch Fäulnisgifte!

Unsere Leber hat vollkommen andere Aufgabenbereiche

Die Leber von Fleischfressern kann etwa 15 bis 20-mal so viel Harnsäure entgiften, wie ein Pflanzenfresser oder wir Menschen das können. Bei Fleischfressern ist diese entgiftende Funktionsweise der Leber essentiell, da Fleisch und innere Organe sehr viel Harnsäure enthalten.
Zudem besitzen Fleischfresser das Enzym Uricase, mithilfe dessen die Harnsäure weiter verstoffwechselt werden kann. Wir Menschen haben dieses Enzym nicht - weshalb durch eine sehr fleischreiche Ernährung die Harnsäurewerte gefährlich ansteigen und eine der Folgen die Krankheit Gicht sein kann.

Schweiß: Eine weitere Parallele zu Pflanzenfressern

Fleischfresser sind im Gegensatz zu uns Menschen und den Pflanzenfressern nicht in der Lage, Schweiß über die Haut abzusondern und so ihren Körper zu kühlen, da sie keine Hautporen besitzen. Überschüssige Körperwärme wird bei den meisten fleischfressenden Tierarten durch Hecheln über die Zunge abgegeben. Menschen und Pflanzenfresser können dank der Schweißporen ihren Körper durch Flüssigkeitsabgabe über die Haut kühlen.

Der Urin des Menschen ist basisch, der von Fleischfressern sauer

Egal um welche Tageszeit man den pH-Wert des Urins eines Fleischfressers austestet: Er ist 24 Stunden am Tag sauer. Menschen und Pflanzenfresser dagegen haben, bis auf morgens, natürlicherweise einen alkalischen bzw. basischen Urin. Der übermäßige Fleischkonsum und die vielen Umweltgifte führen jedoch zu einer zunehmenden Übersäuerung des Urins – weshalb auch bei vielen Menschen ein ständig saurer Urin ausgetestet werden kann.

Die Zunge des Menschen: Vergleichsweise glatt

Um Fasern und Sehnen vom Fleisch abschaben zu können, haben die meisten Fleischfresser eine sehr strukturierte, raue Zunge. Die Zungen von Menschen und Pflanzenfressern sind hingegen ziemlich glatt und ungeeignet für die natürliche Form des Fleischkonsums.

Hände: Ohne Krallen fängt sich Beute nur schwer

Fleischfresser fangen und erlegen ihre Beute. Das geschieht neben dem Einsatz der Reißzähne auch mit den Klauen und Krallen, die Menschen und Pflanzenfresser, da sie diese nicht benötigen, nicht von Mutter Natur mitbekommen haben.

Vitamin C-Zufuhr: Menschen können kein Vitamin C bilden

Fleischfresser sind in der Lage, selbstständig Vitamin C zu produzieren, da ihre fleischige Nahrung nicht genug Vitamin C enthält. Der menschliche Körper kann dies hingegen nicht. Dies war in der Geschichte der Menschheit auch nicht nötig: Durch den hohen Anteil an pflanzlicher Ernährung wurde das immunsystemstärkende Vitamin ständig in hohen Dosen dem menschlichen Organismus zugeführt – daher musste der Organismus nicht lernen, es selbst zu bilden, was ebenfalls für Pflanzen als Hauptnahrungsquelle in der Entwicklung des Menschen spricht.

Darm eines Pflanzenfressers

Das sehr lange Verdauungssystem des Menschen ist zum Verdauen von Fleisch denkbar schlecht geeignet.

Die Anatomie des menschlichen Verdauungstraktes

Auch ein Blick auf den Verdauungstrakt von Menschen und Pflanzenfressern verrät: Sowohl der pH-Wert, als auch die Zusammensetzung der menschlichen Verdauungssekrete ähneln denen der pflanzenfressenden Menschenaffen stark. Ein Gorilla etwa nimmt etwa 80% Grünfutter wie Blätter, Knospen, Stängel zu sich und etwa 20% Früchte, Nüsse, Samen, Wurzel – was auch die optimale Zusammensetzung für einen gesunden grünen Smoothie für uns Menschen ist. [1]

Zivilisationskrankheiten: Ist Fleisch der Übeltäter?

Die obigen Ausführungen machen deutlich: Menschen sind anatomisch gesehen nicht dazu imstande, Fleisch leicht zu verdauen und für den Organismus verwertbar zu machen. Natürliche Fleischfresser schlingen ihr Fleisch roh und nach keinem oder nur sehr kurzem Kauen - und verlassen sich danach auf ihre stark sauren Magensäfte, die das Fleisch zu Ende verwerten und zudem gefährliche Bakterien töten, die Lebensmittelvergiftungen verursachen können. Menschen können Fleisch nur im Notfall verdauen.

Wir Menschen kauen unser Essen gründlich und haben eben dieses kohlenhydratverarbeitende Enzym in unserem Speichel, um den Verdauungsprozess zu starten - ebenso wie die meisten anderen Pflanzenfresser. Da uns die Magensäure der Fleisch- und Allesfresser fehlt, müssen wir Menschen das Fleisch zuerst kochen oder braten, um das Risiko einer Lebensmittelvergiftung durch Bakterien, Fäulniskeime, etc. zu vermeiden.

Ein weiterer klarer Hinweis, der für den Menschen als natürlichen Pflanzenfresser spricht: Menschen, die viel Fleisch und tierische Produkte zu sich nehmen, sind erwiesenermaßen einem höheren Risiko von Herzerkrankungen, Krebs, Diabetes und Nierenerkrankungen ausgesetzt. Daher rät sogar die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von einem übermäßigen Fleischkonsum dringend ab.

Natürliche Fleischfresser hingegen können tierisches Fett essen, ohne Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Ähnliches zu bekommen - aber wir Menschen können das eben nicht. Studien haben gezeigt, dass eine fettarme, vegane Ernährung das Risiko für Herzerkrankungen und Durchblutungsstörungen bei Menschen stark verringern kann. [2]

Haltlose Behauptung: Ohne Fleisch wären wir nicht geworden, wer wir jetzt sind

Ein ebenfalls weit verbreiteter Mythos unter überzeugten Fleischessern: Ohne Fleisch wäre der Urzeit-Mensch nie das geworden, was er heute ist. Fleischkonsum wäre demnach dringend nötig gewesen, um die Gehirnentwicklung und das Körperwachstum voranzutreiben.

Amerikanische Forscher fanden jedoch heraus, dass die Evolution des Menschen viel mehr mit der Entwicklung des stärkeverdauenden Enzyms im Speichel zu tun hat als mit dem Fleischkonsum: Menschen können stärkehaltige Knollen nur deshalb verdauen, weil sie mehr Amylase, ein stärkespaltendes Enzym in Speichel und Bauchspeicheldrüsensekret, bilden können als ihre affenartigen Vorfahren. Die Vervielfältigung dieses Amylase-Gens im Erbgut der frühen Menschen könnte das Ergebnis einer starken natürlichen Selektion gewesen sein.

Die verbesserte Fähigkeit zur Stärkeverdauung - zusammen mit der Erfindung des Kochens - war den Forschern zufolge möglicherweise ausschlaggebend für das starke Wachstum des Gehirns. Jagd und Fleischkonsum seien für die Entwicklung des Homo sapiens, wie wir ihn heute kennen, weit weniger wichtig gewesen als bisher angenommen.

Die Wissenschaftler sind nämlich zudem der Ansicht, dass die Fleischbeschaffung durch die Jagd bei unseren Vorfahren nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Nahrungsbedarfs gedeckt hat. Die Jagd war viel zu energieaufwendig, zumal nicht jeder Beutezug von Erfolg gekrönt war. [3]

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Quellenangabe:

[1] https://isswasduliebst.de/warum-wir-keine-fleischfresser-sind-13-unterschiede/
[2] http://www.erhoehtesbewusstsein.de/ja-es-ist-wahr-menschen-sind-nicht-dafur-bestimmt-fleisch-zu-essen/
[3] https://www.welt.de/welt_print/article1174258/Spucke-brachte-die-Evolution-des-Menschen-in-Schwung.html

 

© Regenbogenkreis / Matthias Langwasser - Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text und die enthaltenen Bilder unterliegen dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums. Dieser Artikel darf ohne Genehmigung weder kopiert oder veröffentlicht werden. Eine Verlinkung direkt auf die jeweilige Text-Seite sowie das Teilen in sozialen Netzwerken sind erlaubt und erwünscht.
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  • Der Mensch ist anatomisch kein Fleischfresser!

    Grundsätzlich stimme ich mit den anatomischen Argumenten in eurem Artikel überein, aber bei der Längenangabe des menschlichen Darms ist euch ein Fehler unterlaufen. Unser Darmsysten hat maximal eine Länge von 8 Metern, und entspricht damit etwa dem Vierfachen der Körperlänge eines Erwachsenen mit ca.1,80 m - nicht dem Zwölffachen!
    Viele Grüße, Kris

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