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Monsanto fälscht Studien zu Glyphosat

In den USA, eigentlich das Mutterland des Glyphosat, ist der Einsatz dieses Pestizids mittlerweile mehr als umstritten. Und gerade dieser Markt ist es, auf den es dem Unternehmen Monsanto ankommt. Nun sind aber auch die USA das Land der 'wissenschaftlichen Studien', über die sich viele, viele Dinge motivieren lassen. Da verwundert es weniger, dass Monsanto mit Studien über die Gefährlichkeit von Glyphosat versucht hat, den Markt ruhig zu stellen. Doch welchen tatsächlichen Wert hatten und haben diese Glyphosat-Studien? Schenkt man den derzeit veröffentlichten geheimen Mails von Monsanto und Behörden Glauben, dann haben die Studienergebnisse nur einen Wert: keinen. Und damit keimen auch wieder Hoffnungen bei der Gegnerschaft auf, der es gelungen ist, basierend auf den widersprüchlichen Unbedenklichkeitsstudien zu Glyphosat, eine Vereinheitlichung der Regeln für die Zulassung des Mittels zu verhindern. Doch nicht nur die USA werden aktuell von den 'gekauften Studien' durchgeschüttelt - auch innerhalb der EU gibt es bedenkliche Anzeichen dafür, dass Monsanto massiven Einfluss auf Studien genommen hat - oder genommen haben könnte. So konnte wohl die EU-Behörde 'Echa' eine Studie zu Glyphosat, die dem Mittel quasi einen 'Persilschein' hinsichtlich des Risikos der Krebsgefahr ausstellt, nicht rechtzeitig zurückpfeifen. Auch hier steht zu vermuten, dass Monsanto in erheblichem Maße Einfluss auf Behörden der EU genommen hat.

Monsanto Glyphosat

Monsantos klare Botschaft: Iss unser Gift, damit wir profitieren!

Die Gefahr bei Glyphosat - widersprüchliche und gekaufte Gutachten?

Kann Glyphosat wirklich Krebs auslösen? Wie ist es um die reale Gefährlichkeit von Glyphosat bestellt? Muss der Unkrautvernichter, der in riesigen Tonnagen weltweit auf die Felder gebracht wird, vom Markt genommen werden? In Kreisen der Wissenschaft ist rund um das Thema der Gefährlichkeit von Glyphosat ein nahezu epochaler Streit entbrannt. Gerade in Europa sind Zulassungen und Unbedenklichkeitsbescheinungen von grundlegender Wichtigkeit. Darum wird man sich in den USA bei Monsanto - und letztlich auch bei Bayer, die einen Kauf von Monsanto vorantreiben - erfreut die Hände gerieben haben, als die hauseigene Chemikalienprüfungsstelle der EU, die Echa, ihre Studie veröffentlichte. Die Echa kommt bei ihren 'Untersuchungen' zu einem zweifelsfreien Ergebnis - zumindest nach ihren Maßstäben. Glyphosat sei, so die Helsinkier Abteilung, frei von jedem Restzweifel, Krebs auslösen zu können. Damit wird von der Echa exakt das bestätigt, was vorher schon die Efsa, die Lebensmittelaufsicht, zu Papier brachte.

Doch warum wird das in den USA einen Jubelsturm ausgelöst haben? Nur dann, wenn Glyphosat als Unkrautvernichtungsmittel frei von allen Verdachtsmomenten gesprochen wird, erfährt das Herbizid weiterhin eine Zulassung für den europäischen Markt. Es standen - und stehen eigentlich noch - Milliardensummen an Gewinnen auf dem Spiel - wie ebenso der gigantische Deal mit der Übernahme durch Bayer. Und gerade weil viele Landwirte sich selbst und ihre Unternehmen als abhängig von Glyphosat ansehen - nicht umsonst wird kein anderer Unkrautvernichter so exzessiv auf den Feldern verspritzt - drängen sie darauf, dass Glyphosat im freien Verkauf bleibt. Ein Teufelskreis.

Vorwürfe aus den USA lassen den Markt unruhig werden und stellen Behörden in ein schlechtes Licht

Während Europa sich basierend auf den Gutachten zum Glyphosat selbst feiert, ziehen große und dunkle Wolken aus den USA auf. Und es sind Wolken, die man weder am Hauptsitz des Konzerns in St. Louis noch in Leverkusen bei Bayer gerne sehen wird. Demnach steht das amerikanische Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen im Verdacht, nachhaltig Behörden und Studien zu seinen Gunsten beeinflusst zu haben. Mails lassen sogar den Rückschluss zu, dass Monsanto diese Studien selbst verfasst hat und Wissenschaftler nur noch gegenzeichneten, ohne selbst geprüft zu haben. Dass Monsanto selbst Auftraggeber für den Großteil der Studien zu Glyphosat war, ist kein Geheimnis und es ist natürlich durchaus legitim, zu Produkten wissenschaftliche Studien hinsichtlich der Unbedenklichkeit zu erstellen. Die Unbedenklichkeit ist nun einmal notwendig, um entsprechende Zulassungen im Zusammenhang mit Nahrungsmitteln zu erfahren. Diese Legitimation gilt jedoch nur dann, wenn bestimmten ethischen Maßstäben entsprochen wird. Davon kann aber, zumindest nach dem, was die New York Times neuerlich veröffentlicht hat, keinerlei Rede mehr sein.

So legt das Blatt offen, dass Monsanto hinter den Kulissen in ganz erheblichem Stil - wenn nicht sogar ausschließlich - an den Studien (mit)gearbeitet hat, die eigentlich von unabhängigen Gutachtern hätten erstellt werden sollten. Doch die Demaskierungen des Unternehmens durch die angesehene New York Times gehen darüber hinaus. Nicht nur, dass Monsanto nachhaltigen Einfluss auf die 'unabhängigen Gutachter und Wissenschaftler' genommen hat, nein, auch die EPA, eine amerikanische Behörde, steht im Fokus der investigativen Journalisten. Im Zuge der Investigationen trat ans Tageslicht, dass Monsanto die Studien erstellt hat - oder zumindest in einem erheblichen Maße daran mitarbeitete - die später von besagten unabhängigen Gutachtern und Wissenschaftlern als 'eigene Forschungsergebnisse zur Gefährlichkeit von Glyphosat im Zusammenhang mit Krebs' vorgestellt wurden. Als wäre das nicht schon dramatisch genug, verdichten sich die Hinweise immer mehr, dass durch das Unternehmen ganz bewusst darauf hingearbeitet wurde, dass eine eigenständige Untersuchung durch die Gesundheitsbehörden in den USA unterbleibt. Warum? Was hat man zu verbergen? Das sind die Fragen, die einem sofort und umgehend in den Kopf schießen.

Ein Gerichtsverfahren in Kalifornien brachte Ungeheuerliches zu Glyphosat und Monsanto ans Licht

Die Ergebnisse der NYT stützen sich dabei weitgehend auf das, was bei einem Gerichtsverfahren in Kalifornien auf den Tisch kam. Da die Befugnisse amerikanischer Gerichte sehr weit gehen und der Gegenstand der Verfahren, der Verdacht auf fahrlässige oder gar vorsätzliche Tötung, schwerwiegend ist, musste Monsanto Mails transparent machen. Dies umfasste aber eben nicht nur den firmeninternen Mailverkehr, sondern ebenso Mails, die an Behörden verschickt wurden. Und diese Inhalte sind Sprengstoff pur - nicht nur in den USA. Das Gerichtsverfahren in den USA wurde angestrengt, quasi als eine Art Präzedenzfall oder Sammelklage, in dem Betroffene und Hinterbliebene von Opfern einen Bezug zu Glyphosat und der Erkrankung am sogenannten Non-Hodgkin-Lymphom herstellen wollen. Das Non-Hodgkin-Lymphom steht im Verdacht, eine Erkrankung des Lymphsystems hervorzurufen, die in den meisten Fällen tödlich endet.

Gefährliche Hörigkeit gegenüber Studien, die leicht manipulierbar sind

Immer dann, wenn es um das Thema Glyphosat oder Roundup ging, wussten Behörden zeitgleich auf zahlreiche Studien zu verweisen, die dem Unkrautvernichter absolute Unbedenklichkeit bescheinigten. Das galt für die USA, aber eben auch für die EU, wo Tonne um Tonne von Glyphosat auf den Feldern verteilt wurde und noch wird. Nicht umsonst ist Bayer an einem Kauf von Monsanto interessiert, denn Glyphosat ist weltweit die Nummer 1 unter den Unkrautvernichtern. Jeder Kauf des Unternehmens würde sich, wenn die Zulassungen bestehen bleiben, blitzschnell amortisieren. Ein todsicherer Return on Investment

Doch seit rund zwei Jahren laufen die Dinge für Monsanto und Glyphosat nicht mehr so rund, wie man sich das in St. Louis und Leverkusen wünschen würde. Es waren Krebsforscher, die zur WHO, der Weltgesundheitsorganisation gehören und die im Glyphosat krebsauslösende Faktoren entdeckt haben wollten, was zu umfangreichen Studien führte. Die derzeitigen Klagen in den USA stützen sich übrigens auf exakt diese Studienergebnisse der WHO Wissenschaftler, die hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit keinerlei Zweifeln unterworfen sind. Da darf es dann doch als erstaunlich angesehen werden, wenn die EU Behörden - hier die Efsa und die Echa - wie auch die Umweltbehörde der USA, die EPA, zu absolut gegenläufigen Studienergebnissen kommen. Wenn man es denn Studien nennen will. Denn das, was die New York Times veröffentlicht hat, ist schlicht skandalös: nach Ergebnissen der journalistischen Ermittlungen und Recherchen kam ans Tageslicht, dass sich die EU Behörden und die US Behörden auf das verließen, was Monsanto ihnen an Studien vorlegte. Doch machen wir hier an dieser Stelle eine kurze Zäsur, um das anhand eines simplen Beispiels etwas besser zu verdeutlichen:

Nehmen wir an, Du hast mehrere Autos, die Du verkaufen willst. Das sind durch die Bank, entschuldige die saloppe Wortwahl, absolute Schrottkisten, die für den Straßenverkehr nicht einmal mehr ansatzweise taugen, sondern im Gegenteil sogar lebensgefährlich sind. Aber Du gehst nun her und bescheinigst deinen Kisten selbst nicht nur die Straßenverkehrstauglichkeit, sondern sagst auch aus, die Autos wären eine enorme Menge an Geld wert. Und dann findest Du, basierend auf diesen Eigengutachten, sogar Käufer, die damit auf die Straße gehen und Menschenleben gefährden werden. Wie geht das, denn es gibt doch schließlich den TÜV, der das begutachtet? Gut aufgepasst. Der TÜV - und so sieht es hier tatsächlich aus - prüft nicht selbst, sondern lässt diese Gurken einfach zu und das basierend auf deinem eigenen Gutachten. Gigantisch, oder? Und so, wenn es jedenfalls nach dem geht, was bei den Gerichten ans Tageslicht kam und was die NYT offenbarte, ist es exakt im Zusammenhang mit Monsanto und Glyphosat geschehen.

Monsanto Glyphosat

Der Verdacht, dass Monsanto die Zulassungsbehörden "eingekauft" hat, erhärtet sich immer mehr.

Ämter und Behörden wie auch Zulassungsstellen 'in einem Bett mit Monsanto'

Die Ämter, die Zulassungsstellen und die Behörden haben sich, so stellt es sich dar, blind auf das verlassen, was Monsanto ihnen hinsichtlich Glyphosat kommunizierte. Die internen Schriftwechsel, die beim Gerichtsverfahren nun Transparenz erfahren, sagen aber weitere Dinge aus, die jedem Konsumenten von Obst und Gemüse, das nicht auf kontrolliertem Bio-Anbau basiert, die Nackenhaare hochstehen lassen. Nicht nur, dass Gefälligkeitsgutachten erstellt wurden, Monsanto wurde sogar explizit davor gewarnt, dass die WHO und das Expertengremium zum Thema Krebsauslöser an einer Studie zu Glyphosat arbeiten würde. Und dieser Hinweis, dass die WHO Gutachten und wissenschaftliche Studien im 'Gewehrlauf' habe, welche Glyphosat vernichtend schaden könnten, stammt nicht von den 'niederen Chargen' in Behörden, sondern kam quasi 'von ganz oben'. Es war den Ermittlungen nach ein ranghoher Mitarbeiter im Status der Abteilungsleitung bei der US Behörde EPA, der sich als Tippgeber an Monsanto verdingte.

Basierend auf diesem Hinweis, der Monate vor der Veröffentlichung der WHO Expertenkommission erfolgte, wurde Monsanto 'nicht auf dem falschen Fuß' erwischt, sondern war im Gegenteil bestens darauf vorbereitet. Das ist ungefähr so, als würdest Du die Lottozahlen schon vor der Ziehung kennen - oder als Einziger informiert werden, dass es überhaupt eine Lottoziehung gibt. Schon ein netter Vorteil, oder? Nun gut, Monsanto hatte also Monate Zeit, weil man wohl auch fortwährend mit den Zwischenergebnissen versorgt wurde, sich gegen die WHO Ergebnisse zu wappnen. Dann ist es auch nachträglich nicht wirklich verwunderlich, mit welcher Vehemenz das Unternehmen die WHO und ihre Studien 'zerlegen' konnte. Klar, man wusste doch vorher, was in den Papieren stehen würde. Dafür hatte augenscheinlich die Umweltbehörde EPA in den USA über ihren Abteilungsleiter bestens gesorgt. Es vergingen rückblickend keine Stunden nach der Veröffentlichung durch die WHO, bis Monsanto auf die Studienergebnisse knallhart und glasklar strukturiert reagieren konnte. Und das in einer Schärfe, die absolut erschreckend war. So war es der Boss von Monsanto, Hugh Grant, der den WHO Experten bescheinigte, sie hätte 'schrottige Wissenschaft' abgeliefert. Wissenschaftsergebnisse, die man salopp gesagt 'in die Tonne treten' könne. Die Wissenschaftler - auch die Zusammensetzung des Teams an Forschern kannte Monsanto durch die Umweltbehörde EPA bestens - wurden angefeindet und selbst vor Diffamierungen schreckte Monsanto nicht zurück. Anlässlich des gigantischen Deals mit Bayer, der auf der Kippe zu stehen schien, nicht wirklich verwunderlich.

Einflussnahme auf Studien zu Glyphosat - ein massiver Vorwurf mit Tragweite

Da der Vorwurf, dass Monsanto nachhaltig Einfluss auf Studien und Behörden nimmt, ein Vorwurf von allergrößter Tragweite - teils sogar mit strafrechtlich relevanten Komponenten - darstellt, muss man sich genau ansehen, was dafür und was möglicherweise dagegen spricht. Wenn überhaupt etwas dagegen spricht. Zur Verdeutlichung muss klar gesagt werden, dass ein Verbot in Europa für Monsanto der absolute Super GAU wäre. Da ist es nur natürlich, dass man als Wirtschaftsunternehmen ein solches Verbot zu verhindern versucht, so es denn tatsächlich auf falschen Tatsachen basiert. Und noch einmal: der Vorwurf der Manipulation und Einflussnahme auf Behörden wiegt schwer! Und hier erfahren die Gerichte in den USA unerwartete Hilfestellung - von einer Bürgerinitiative aus Europa. Unter dem Label 'Stop Glyphosat' machen sich wackere Streiterinnen und Streiter auf, die Strategien und Machenschaften von Monsanto offen zu legen.

Die Initiative hat dabei verdeutlicht, dass die Studien von Monsanto selbst - und auch die der Behörden in den USA wie auch der EU - das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. So wurde säuberlich herausgearbeitet, wie viele der Wissenschaftler, die sich als unabhängig gerieren, massiven Interessenskonflikten unterlagen. Das liegt vor allen Dingen daran, dass diese Wissenschaftler, die eigentlich unabhängig urteilen sollten, in enger - und nicht selten abhängiger - Verbindung zum Konzern Monsanto standen und noch stehen. Von Unabhängigkeit kann demnach keinerlei Rede sein. Enorme Sprengkraft erhalten diese Enthüllungen durch die Tatsache, dass es diese Studien aus abhängigen Quellen sind, die über das Wohl und Wehe von Glyphosat auf dem europäischen Markt entscheiden sollen. Alle Ergebnisse, die von den EU Behörden kommuniziert wurden, stützen sich ausschließlich auf diese abhängigen Studien. Ein Unding? Absolut, ja. Weder die EFSA, noch die ECHA haben dem Vernehmen nach eigene und somit völlig unabhängige Studien durchgeführt. Das ist, so muss man es werten, der Kernskandal. Dass Monsanto versuchen würde, gewinnfixiert an den Ergebnissen zu schrauben, kann man unter Umständen 'so eben noch durchgehen lassen'. Dass aber Behörden der EU dieses Spiel mittragen, die den Verbraucher schützen sollen - Kinder, Alte, Frauen und Männer wie ebenso Tiere und die komplette Umwelt - ist unfassbar. So hat die Bürgerinitiative zum Beispiel offen ans Tageslicht gebracht, dass Untersuchungen, die in Wissenschaftsjournalen Veröffentlichung fanden, seitens Wissenschaftler durchgeführt wurden, die vorher den US Konzern als wissenschaftliche Freelancer beraten haben oder auf Gehaltsbasis angestellt waren.

Studien sind gesetzliche Vorschrift

Um es klar zu machen: von der gesetzlichen Seite ist jedes Unternehmen zwingend angewiesen - nicht nur im Bereich der Lebensmittel - Studien durchführen zu lassen, die eine Unbedenklichkeit und Sicherheit der angebotenen Produkte nachweisen. Das gilt für Nahrungsergänzungsprodukte wie auch für Kosmetika. Das Problem bei den Studien zu Glyphosat liegt jedoch klar auf der Hand. Die Studien, die der Konzern ausgibt, stehen im krassen Widerspruch zu dem, was die WHO als unabhängige Kommission als Ergebnis vorweisen konnte. Und dass ein Produkt X - hier Glyphosat - nicht gleichzeitig im Verdacht stehen kann, Krebs zu erregen und andererseits unbedenklich ist, ist selbsterklärend. Es kann also nur die Antwort geben: eine Seite irrt. Oder lügt vorsätzlich und manipuliert. Und da sich die Menge an Forschern, die Glyphosat als problematisch bis hin zu gefährlich ansehen, ständig mehrt, fällt es eigentlich leicht zu wählen, wem man Glauben schenkt.

Dass natürlich ein Labor, welches von einem Unternehmen X den Auftrag erhält, die Unbedenklichkeit eher festzustellen als eine Gefährlichkeit, liegt in der Natur der Dinge. Der Auftraggeber zahlt und erwartet entsprechende Ergebnisse. Du kannst es platt ausdrücken und sagen: wer die Sängerin bezahlt, der sagt ihr auch, was sie singt. Doch das ist eben nicht der Sinn hinter derartigen Studien. Ziel soll sein, möglicherweise Gefahren zu eliminieren und das Produkt gefahrlos zu gestalten. Das ist hier aber offensichtlich nicht geschehen. Im Gegenteil. Den Studien von Monsanto wird sehr gezielt und fundiert vorgeworfen, dass relevante Daten zum Glyphosat einfach übergangen worden sind, während völlig irrelevante Fakten aufgeblasen wurden und zum Präsentationskernstück mutierten. Es fand unter dem Strich eine völlige Verzerrung statt, auf die sich Behörden - aus welchen Gründen auch immer - blind stützten. Damit haben sich die Studien, die Monsanto in Auftrag gab, jeder wissenschaftlichen Relevanz selbst beraubt.

Fällt Monsanto mit dem Bundesgericht in San Francisco?

Der Druck auf Monsanto - und damit auch auf Bayer in Leverkusen - wächst im Jahr 2017 enorm an. Wie schon geschrieben, hat die New York Times als Prozessbeobachter ans Tageslicht gebracht, dass die Mails und gerichtlich angeforderte Dokumente den Verdacht erhärten, dass nahezu sämtliche Studien zu Glyphosat vom Unternehmen selbst gefertigt wurden. Die 'unabhängigen Institute' haben am Ende nur noch gegengezeichnet, so der belegbare Vorwurf. Und hier wird es dann zu einem Straftatbestand nach geltendem US Recht. Das sieht vor, dass alle Studien zwingend von unabhängigen Instituten durchgeführt werden müssen. Und auch die Belege dafür, wie bereits erwähnt, dass die Umweltschutzbehörde sich schützend vor Monsanto stellte und dem Konzern das vernichtende Urteil der WHO Studien, die Glyphosat als 'wahrscheinlich krebserregend' klassifizieren, vorab mitteilte, ist von ungeheuerlicher Brisanz. Wie ebenso die Tatsache, dass exakt dieser Abteilungsleiter maßgeblich dafür verantwortlich war, dass es keine Studien der Gesundheitsbehörden der USA zu Glyphosat gab. Doch was steht denn nun genau in den Mails und den Dokumenten, die solche katastrophalen Folgen für Monsanto haben könnten?

In einer der Mails, welche vom Gericht transparent gemacht wurden, schreibt ein Vorständler vom Konzern Monsanto laut Gericht, man könne die Kosten für die Studien zu Glyphosat bewusst klein und überschaubar halten, würde man als Konzern selbst das Schreiben übernehmen und die Institute - die unabhängig arbeiten sollen und laut Gesetz auch müssen - nur nachträglich kleinere Bearbeitungen vornehmen, aber ansonsten die Studien des Konzerns als ihre Werke abzeichnen. Und obwohl diese Mails vorliegen, bestreiten sowohl Monsanto, als auch einer der betroffenen Wissenschaftler vehement, dass es solche Absprachen überhaupt gegeben habe.

Monsanto Glyphosat

Obwohl Glyphosat sogar von der WHO als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft wurde, erhielt es dennoch von der EU eine weitere Zulassung.

Glyphosat - Gift oder Segen?

Doch verlassen wir an dieser Stelle einmal kurz den juristischen Boden und die Möglichkeit der 'Mauschelei' seitens der Behörden, um dem Glyphosat nochmals einen genaueren Blick zu widmen. Fakt ist, Glyphosat wird auch in Deutschland großflächig in der Landwirtschaft verarbeitet. Und das wider die Tatsache, dass die WHO es als 'wahrscheinlich krebserregend' klassifiziert. In der EU lief die Zulassung von Glyphosat Mitte des Jahres 2016 ab - um danach nochmals für 18 Monate, also bis 2018 verlängert zu werden. 18 Monate, in denen Unmengen an Glyphosat verspritzt werden, das im Verdacht steht, Krebs zu erregen. Um nun, wie geplant, über die Weiterbewilligung zu entscheiden, bedarf es einiger Gutachten. Und die könnten seitens der ECHA geliefert werden, die Glyphosat als unbedenklich einstuft.

Dass die Zulassung bisher nicht erfolgte, beziehungsweise nur zeitlich befristet durchgeführte wurde, steht in engem Zusammenhang damit, dass sich die Gutachten zu Glyphosat so massiv widersprechen. Eine Regelung, die unter der Prämisse der Vereinheitlichung stattfindet, scheint in weite Ferne gerückt.

Glyphosat - eine echte Risikoanalyse muss beigestellt werden

Wenden wir uns nun wieder den Behörden zu, auf welche die Geschehnisse rund um Glyphosat und Monsanto kein gutes Licht werfen. Es gibt bereits seit längerer Zeit sehr kritische Stimmen, die sich auf die Studien hinsichtlich einer Risikobehaftung bei Chemikalien, Herbiziden und Pestiziden beziehen. So sagt das Gesetzeswerk aus, dass es die Unternehmen und Hersteller sind, die eine Unbedenklichkeit belegen. Und an wen diese Konzerne die Aufträge zur Studienausarbeitung geben, bleibt ihnen überlassen. Damit ist der Anspruch der Unabhängigkeit mehr als infrage gestellt. Dass sich dann aber Behörden, nicht nur in den USA, sondern auch in der EU, darauf verlassen, was die Studien unter dem Strich ergeben, ist bedenklich. Anläufe, dass durch die EU vorgegeben wird, jede Studie habe vollkommen unabhängig stattfinden müssen, wurden bisher von der Industrie nachhaltig verhindert. Aus Kostengründen natürlich.

Und nur so ist es Monsanto möglich, bisher erfolgreich das drohende Verbot von Glyphosat zu verhindern. 'Stop Glyphosat' verdeutlicht bei seinen Veröffentlichungen - Buying Science, gekaufte Wissenschaft - wie wenig unabhängig die 'Forscher' sind, die Glyphosat eine Ungefährlichkeit beim Thema Krebsförderung und Erbgutschädigung attestieren. Es wird verdeutlicht, wie einfach es ist, gewünschte Forschungsergebnisse zu generieren - was natürlich, das muss man sich eingestehen, für beide Seiten gilt. Als weiteres Schlupfloch zeigt 'Stop Glyphosat' auf, dass für Unternehmen, Produzenten und Konzerne keinerlei Veröffentlichungspflicht besteht, wenn die Studien unerwünschte Ergebnisse ans Tageslicht befördern. Das heißt im Klartext: sagt die Studie aus, Produkt A, B oder C erregt Krebs, muss das Unternehmen dieses vernichtende Urteil nicht veröffentlichen.

Pflanzen und Saatgut wurde auf Glyphosat eingestellt und so auf Linie getrimmt

Nun wirst Du Dich fragen, wieso Bayer so erpicht darauf ist, Monsanto in einer solchen Phase zu übernehmen und dafür eine riesige Menge an Geld zu bezahlen. Und das natürlich vor dem Hintergrund, dass die Patente rund um Glyphosat ausgelaufen sind, man das Produkt also analysieren und nachproduzieren könnte. Das Hauptproblem dabei ist tatsächlich, dass die Pflanzen und das Saatgut gentechnisch so verändert wurden, dass sie nur auf Glyphosat ansprechen. Beziehungsweise dass nur der Einsatz von Glyphosat in exakt der Zusammensetzung verspricht, dass die Pflanzen beim Verspritzen des Giftes keinerlei Schaden nehmen, sondern nur 'Unkraut' und 'Schädlinge' vernichtet werden. Eine perfide Angelegenheit. Du musst also das Produkt Glyphosat kaufen - oder eher Roundup - wenn du gentechnisch veränderte Pflanzen einsetzt, die der Ernteoptimierung dienen. Das ist schon ausgeklügelt umgesetzt worden, um eine vollständige Abhängigkeit der Landwirtschaft zu erzeugen, die gewinnoptimiert produzieren will.
Doch gegen diesen Kreislauf stellt sich 'Stop Glyphosat' auf, die in einer engen Zusammenarbeit mit Campact, dem BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) sowie der PANG (Pesticide Action Network Germany) Unterschriftenaktionen durchführen, die das Verbot von Glyphosat zur Folge haben sollen.

EU Behörden unter Druck

Dass die Landwirte mit dem Einsatz von Glyphosat ihre Erntetermine gezielt steuern und optimieren können, ist hinlänglich bekannt. Somit sieht sich die EU Behörde unter Druck und das gleich von mehreren Seiten. Von dem Konzern an sich, der Gewinne einfahren will. Von der Landwirtschaft, die ebenso mit einem Minimum an Aufwand maximierte Gewinne erzielen und Erntesicherheit generieren möchte. Und dann wäre da noch die unabhängige Wissenschaft, die WHO wie auch reichlich Bürgerinitiativen wie auch Interessengruppen von Krebsopfern (oder deren Hinterbliebenen), die Glyphosat mehr als kritisch sehen. Da es sich die Behörden aber generell nicht mit der Industrie-Lobby verscherzen wollen, scheint deren oberstes Ziel zu sein, Risiken klein zu schreiben. So wird der ECHA gezielt vorgeworfen, die Bewertungen von Glyphosat und seiner Gefährlichkeit dem Konzern vorgelegt zu haben, damit dieser die Studie kommentieren könne. Das musst Du Dir ungefähr so vorstellen, als würde die Polizei oder die Staatsanwaltschaft alle Ermittlungsergebnisse hinsichtlich einer möglichen Straftat erst einmal dem Verdächtigen vorlegen, damit der diese Ermittlungen kommentieren kann. Und dann, wenn der Verdächtige alle Optionen hatte, die Vorwürfe nachhaltig zu entkräften, wird das Ergebnis - was einem Plädoyer des Verdächtigen oder seines Anwaltes gleich kommt - der Gerichtsbarkeit zur Entscheidung vorgelegt.

Es muss also um die Frage gehen: Wie viel und welchen Einfluss darf die Industrie, wenn überhaupt, auf die Kontrollbehörden und ihre Entscheidungen haben? Hier gibt es klare Interessenskonflikte. Aufgabe der Behörde ist es - ohne jedes Wenn und Aber - Produkte aus dem Verkehr zu ziehen oder ihnen die Zulassung zu verweigern, die Gefahren aufweisen. Dabei sind ganz besonders Chemikalien, Herbizide und Pestizide, die über den Transportweg der Pflanze selbst oder durch andere Umweltfaktoren in den Körper des Menschen oder der Tiere gelangen können, streng nach wissenschaftlichen Maßstäben und mit einem Höchstmaß an Unabhängigkeit zu prüfen. Dass die prüfenden Instanzen, Institute und Wissenschaftler dabei auf Informationen und Datensätze angewiesen sind, welche ihnen die Konzerne zugängig machen müssen, ist faktisch.

Hier muss es demnach um einen Informationsaustausch gehen, bei dem am Ende ein Ergebnis generiert wird, das wissenschaftliche Belastbarkeit hat. Doch gerade dieser Infotausch ist, wie sich im Zuge der Untersuchungen zur Risikobelastung von Glyphosat herausstellt, suboptimal. Und wenn dann noch Behörden oder Institute, wie hier die ECHA, es zulassen, dass Konzerne nicht nur Datensätze und Infos liefern, sondern aktiven Einfluss auf Forschungen nehmen, wird es mehr als bedenklich. Hier kommt der begründete Verdacht auf, dass die Glyphosat Task Force, die als Lobby der Industrie klassifiziert wird, Gutachten einsah, sie kommentierte oder erklärte und dass diese Erklärungen wie auch Kommentare mit in die Entscheidung der Prüfer eingeflossen sind, Glyphosat frei von jedem Verdacht der Krebserzeugung einzustufen. Und wenn unter dieser Prämisse eine Einschätzung zustande kommt, Glyphosat sei weder krebserregend, noch erbgutschädigend, ist das mit dem Wort 'skandalös' noch nicht einmal annährend treffend beschrieben.

Glyphosat - wenn Lüge und Vertuschung zum Tagesgeschäft werden

Auf die ungeheuerlichen Vorwürfe angesprochen und damit konfrontiert, war es zunächst die ECHA in Helsinki, die dieses Vorgehen vehement abstritt. Es habe niemals die Anforderung zur Kommentierung an den Konzern Monsanto gegeben und es sei auch niemals eine solche Kommentierung durchgeführt worden. Bestand hatte diese Aussage, die an Klarheit kaum zu übertreffen war, keine zwei Tage. Da musste sich nämlich die Behörde dahingehend selbst korrigieren und einräumen, dass doch zum Jahresbeginn 2017 eine Kommentierung durch die Glyphosat Task Force eingegangen sei. Diese Kommentierung habe man an alle Mitglieder des mit der Prüfung beauftragten Gremiums der ECHS weitergeleitet. Nur um es nochmals zu verdeutlichen: Die Glyphosat Task Force wird primär von Monsanto selbst gesteuert!

Kommen wir nun zur Kernfrage: Wie fand der Kommentar der Monsanto Task Force zum Thema Glyphosat Berücksichtigung in den Bewertungen der Kommission, die Glyphosat frei von allen Verdachtsmomenten spricht? Das wird sich extern nicht beantworten lassen - sofern nicht eines Tages ein Whistleblower darüber dezidiert Auskunft erteilt. Oder Gerichte verlangen, unter Eid auszusagen. Doch Fakt bleibt, die Behörde hat mit dem Verschweigen der Existenz dieser Kommentierung den eigenen Regularien zuwider gehandelt. Man habe das Papier der Glyphosat Task Force von Monsanto erwähnen müssen - müssen, nicht können, nicht sollen. Und hier kommt es dann auch zu einer Ungleichgewichtung. So wurde den Gegnern von Glyphosat vorgegeben, dass man bis Mitte 2016 alle Kommentare habe einreichen müssen - das galt aber offensichtlich nicht für Monsanto und seine Glyphosat Task Force, die das Papier nachschießend einreichen durfte. Warum?

ECHA weist Manipulationsvorwürfe zurück

Natürlich ist es absolut legitim, wie an anderer Stelle bereits deutlich gemacht, dass Hersteller von Chemikalien und Pestiziden ihre Produkte 'verteidigen'. Gerade vor dem Hintergrund, dass Unsummen in der Entwicklung stecken und Arbeitsplätze garantiert werden. Dazu gehört eben auch, dass sie deutlich machen, die Produkte seien ungefährlich. Doch dahinter 'versteckt' sich auch die Glyphosat Task Force von Monsanto und wendet ein, die ECHA biete der Industrie multiple Optionen, Arbeitspapiere und Kommentierungen einzureichen. Die völlige Transparenz sei dabei - so die Glyphosat Task Force - zu jedem Zeitpunkt gewährleistet.

Doch ist es tatsächlich so, wie die ECHA und die Glyphosat Task Force es darstellen? Das wird nach den jüngsten Veröffentlichungen in den USA mittlerweile angezweifelt - stark angezweifelt. Dass man versucht, Behörden zu überzeugen - durch Studien und Argumente - ist legitim. Und unstrittig. Aber die direkte Einflussnahme, wie sie in den USA offensichtlich stattgefunden hat, ist nicht einmal mehr grenzwertig. Die Risikobewertung von Glyphosat, die von IARC den Krebsforschern der Weltgesundheitsorganisation WHO abgegeben wurde, dient in Kalifornien als Verfahrensgrundlage der Krebspatienten, die einen direkten Kontakt über längeren Zeitraum mit Glyphosat nachweisen und ihre Erkrankung darin begründet sehen wollen. Und es kann nur immer wieder betont werden - nein, es muss betont werden - dass dieses IARC Gutachten im absoluten Widerspruch zu dem steht, was von den Behörden in den USA, in der EU und auch in Japan kolportiert wird.

Fällt die Umweltbehörde EPA in den USA, fällt auch die ECHA in der EU

Kommen wir nochmals auf die brisanten Mails zurück, die über die Mailaccounts von Monsanto liefen. Natürlich muss eine Behörde Kontakt zu dem Unternehmen pflegen, das sie um eine Freigabe seiner Produkte ersucht. Oder um eine Zulassung. Doch wie eng die Kontakte im Fall Monsanto waren - und wahrscheinlich noch sind - wenn es um die Umweltbehörde in den USA geht, das ist schon erstaunlich. Oder erschreckend. Ganz wie man es möchte. Wenn gerade die Person, die für die Analyse des Produktes verantwortlich zeichnet, fortwährend vom Unternehmen kontaktet wird, ist das schon auffällig. Und wenn diese Person in der Behörde auf dem Mailwege zusichert, er würde eine Studie des Gesundheitsministeriums verhindern, wird es kriminell. Ohne Wenn und Aber. So wird der Behördenmitarbeiter in leitender Funktion zitiert, beziehungsweise aus seiner Mail an Monsanto: 'Wenn ich es tatsächlich schaffe, das zu Killen [im Sinne von eine Studie zu unterbinden], sollte ich wirklich eine Medaille erhalten' - Zitat Ende. Und tatsächlich, eine Studie oder Untersuchung zu Glyphosat durch das US Gesundheitsministerium fand niemals statt! Dass der hochrangige Mitarbeiter nur wenige Monate danach in den Ruhestand ging, rundet das Bild im Grunde nur ab. Und selbst der Umstand, dass dieser Abteilungsleiter in den Ruhestand ging, sollte seitens Monsanto genutzt werden, wie aus den Mails, die mit gerichtlicher Verfügung transparent gemacht wurden, hervorging. Und obwohl diese Mails bestehen, weist Monsanto immer noch jeden Vorwurf der direkten Einflussnahme entschieden von sich. Von der EPA selbst hört man zu den skandalösen Vorfällen nichts - gar nichts.

Demaskierende Mails in Serie

Im Grunde geht es bei den Vorwürfen um drei Emails, die über den Firmenserver Versendung fanden. Zitate:

'Es kann auf keinen Fall gesagt/geschrieben werden, Roundup verursacht keinen Krebs. Es gibt bisher keine einzige Krebsstudie, die wir durchgeführt haben' - Email aus dem Herbst 2009
'Die Kosten lassen sich niedrig und überschaubar halten, wenn wir einfach die Anfertigung und das Schreiben übernehmen. Sie bearbeiten das dann und zeichnen es mit ihrem Namen' - Mail aus Anfang 2015

'Wenn ich es tatsächlich schaffe, das zu Killen [im Sinne von eine Studie zu unterbinden], sollte ich wirklich eine Medaille erhalten' - Mail von der EFA aus dem April 2015

Doch wie sind die Mails zu bewerten und welche Rückschlüsse lassen sie auf die EU Behörden zu? Natürlich wehrt sich Monsanto immens gegen den Eindruck, der durch die Mails entsteht und entstehen muss. Sind sie doch mit einer US Behörde ausgetauscht worden, die über die Zulassung von Glyphosat und Roundup entscheidet. Da standen Milliardensummen auf dem Spiel, denn Monsanto ist und bleibt Marktführer - weltweit. Da erschien es Monsanto angeraten zu sagen, die Mails seien 'völlig aus dem Kontext gerissen worden'. Aus welchem Kontext? Was kann eindeutiger sein als die Aussage, dass ein Behördenmitarbeiter eine Überprüfung der Studien durch das Gesundheitsministerium 'killen' will und bei Erfolg eine Medaille möchte?

Weitere Informationen zum Thema

Wie ist es um die Klage bestellt, in deren Zuge die Mails transparent wurden und wer verklagt wen? Anhängig ist das Verfahren vor dem United States District Court, Northern District of California und besteht aus 60 Klägern, die in 15 Verfahren gegen Monsanto vorgehen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie mit Glyphosat arbeiteten und am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt oder bereits verstorben sind. Hier klagen dann die Hinterbliebenen. Als Klagebasis dient das Gutachten der IARC von der WHO, die Glyphosat als 'wahrscheinlich krebserregend' klassifiziert. Zusätzlich sind in den USA weitere Verfahren anhängig - Hunderte von Fällen. Abgezielt wird darauf, eine Verfahrensdauer von unter drei Jahren zu generieren und ein Vergleich mit Monsanto ist eine Option. Dies würde das Unternehmen Milliarden und Abermilliarden kosten. Die Verfahren finden unter dem Interesse einer breiten Öffentlichkeit statt - sogar aus dem Ausland, denn überall wird Glyphosat eingesetzt.

Wackelt der Deal mit Bayer? - 66 Milliarden will es sich Bayer kosten lassen, Monsanto zu übernehmen. Geht das Verfahren negativ aus, bedeutet das ein enormes Risiko für die Bayer AG. Da die Anwälte, die hinter dem Verfahren stehen, in den USA als absolute Experten im Bereich der Sammelklagen gelten und dreistellige Millionensummen an Opferentschädigungen eingeklagt haben, ist das Risiko enorm, hier das Verfahren zu verlieren - oder sich vergleichen zu müssen. Trotzdem äußert sich die Bayer AG bisher eher verhalten. Alles sei spekulativ, so der Konzern. Man würde aber die Klagen in den Übernahmegesprächen stets berücksichtigen. Eine Auswirkung auf einen möglichen Verfahrensausgang auf den Kauf von Monsanto wird aber in Leverkusen stets verneint.

Wie steht es um die Schädlichkeit von Glyphosat und Roundup? - Bisher wird im Verfahren in den USA deutlich, dass es zwar Studien seitens Monsanto zum Glyphosat gibt, aber eben nicht zu Roundup, was auch in Deutschland verkauft wird. Das ist aber das Endprodukt, mit welchem die Landwirte - Profis oder der Schrebergartenbesitzer - umgehen. Darauf basiert auch die Mail aus dem Jahre 2009, dass man bisher Roundup nicht auf seine Krebsgefahr hin untersucht habe. Doch diese Tatsache verschleiert Monsanto gezielt. So wird klargestellt, dass man bei Medienanfragen stets antworten solle, dass es Kurz- und Langzeittests gegeben habe, die aussagen, dass Roundup vollkommen ungefährlich sei, würde es gemäß der Anweisungen verarbeitet. Auf was das basiert, weiß Monsanto wahrscheinlich selbst nicht, wenn es keine Studien explizit zu Roundup gab.

Wie sind die Prüfungsverfahren aufgestellt? - Monsanto argumentiert damit, dass man sich alle Ingredienzien anschauen müsse und wisse, Roundup sei ungefährlich. Und hier wird es eigentlich schon fast strafbar. Auch wenn die Einzelbestandteile ungefährlich sein mögen, ist die Mischung das, was untersucht werden muss. Und die Zusammensetzung von Roundup hält Monsanto geheim. Da aber nur die Prüfung der Einzelwirkstoffe Vorschrift ist - ein Umstand, der derzeit stark in der Kritik steht - kann sich Monsanto dem Ganzen noch entziehen. Es ist eigentlich logisch, dass durch die Zusammenmischung ein neues Produkt entsteht, welches dann gefährlich sein kann. Und nur durch die Zusatzstoffe im Roundup entwickelt Glyphosat seine Wirkung, beziehungsweise wird die Aufnahme des Giftes durch die Pflanzen ermöglicht. Dass zu diesen Zusatzstoffen Tallowamin gehört, ein Stoff, der in der EU verboten ist, scheint keine Rolle zu spielen.

Warum ist die EU untätig? - Die EU Vorgaben zur Zulassung von Chemikalien sind weltweit im Grunde auf dem höchsten Standard angesiedelt. Die EU handelt streng und restriktiv. Da sich aber die EU vielfach auf die Studien der Konzerne selbst stützt, ist hier eine Verzerrung möglich - auch wenn die Regularien hoch angesiedelt sind. Bisher versteckt sich die EU dahinter, dass die EFSA Studien nicht zeigen würden, dass Ghostwriter von Monsanto am Werke gewesen wären, sondern es eine unabhängige Einschätzung gäbe. Doch man warte auch seitens der EU wohl auf die Verfahren in den USA. Um möglicherweise die eigene Haltung zum Glyphosat und zu Roundup zu überdenken.

Die USA als Steigbügelhalter von Monsanto. Geld regiert die Welt. Das musste auch Deutschland erfahren, als man 2008 seitens der Bundesregierung den Monsanto Mais stoppen wollte und der deutsche Botschafter in den USA ins dortige Handelsministerium einbestellt wurde. Mit welchem Ausgang? Unbekannt, weil Verschlusssache. Fazit ist aber, mehr als 5 Millionen Tonnen an Gen-Soja von Monsanto werden Jahr für Jahr nach Deutschland eingeführt. Im Wissen, dass es Mensch und Tier schädigt. Bisher unterdrücken die USA auch jedes Prüfverfahren für Genpflanzen - durch den Druck von Monsanto. So wurde ebenso festgehalten, gerade jüngst, dass Landwirte auch dann Gensaatgut anbauen dürfen, wenn Klagen anhängig sind. Eine Hausbewertung speziell für Monsanto. Zwischen 1997 und 2002 soll das Unternehmen Schmiergelder an Beamte gezahlt haben. Man sieht daran, in den USA ist Monsanto eine echte Hausmacht, die in der Regel auch präsidial gestützt wird.

 

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