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Vegane Ernährung als Ausweg aus der Welthungerkrise

„Wenn wir den Fleischkonsum in den reichen Ländern reduzieren, ihn weltweit bis 2050 auf einem Pro-Kopf-Verbrauch auf dem Niveau von 2000 festschreiben – also auf jährliche 37,4 kg/Kopf – dann könnten ungefähr 400 Millionen Kilo Getreide für die menschliche Ernährung freisetzt werden. Das ist genug, um 1,2 Milliarden Menschen mit ausreichend Kalorien zu versorgen“.

Olivier de Schutter, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen am 3.12.2009

Welt in unseren Händen

Während in den so genannten Entwicklungsländern ein Großteil der fruchtbaren Flächen zum Anbau von Futter für unsere Tiere in Massenhaltung genutzt wird, sterben direkt daneben Menschen an Hunger. Jeder einzelne von uns hat es in der Hand: Leb vegan - mach FriedenNach Aussagen der Vereinten Nationen leben derzeit mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde, Tendenz steigend [1]. Und während wir in den sogenannten Industriestaaten immer mehr die Folgen von Überernährung, vor allem mit minderwertigen Nahrungsmitteln, zu spüren bekommen, leiden in anderen Teilen der Welt etwa 800 Millionen Menschen und damit jeder neunte Erdenbürger (!) an Hunger und Unterernährung, so ein aktueller Bericht in Zeit-Online [2]. 25.000 bis 30.000 der Betroffenen sterben täglich (!) an den Folgen des Hungers [3]. Darunter befinden sich gemäß des Welthunger-Indexes 2010 mehr als 6000 Kinder! Und das, obwohl die heutige Landwirtschaft ein Drittel mehr Kalorien produziert als nötig wäre, um uns alle mit ausreichend Nahrung zu versorgen [4].

Wie kann das sein? Wo liegen die Ursachen für solche gravierende Probleme? Gehört es einfach zum Lauf der Natur, dass manche Böden einfach zu unfruchtbar sind, um die Einwohner des Landes ernähren zu können? Müssen wir dieses Elend also einfach so hinnehmen und dürfen von Glück sprechen, in einem Teil der Welt zu leben, in dem Nahrungsmittel im Überfluss vorhanden sind?

Die Antwort lautet ganz klar „NEIN“. Durch die Entscheidung vegan zu leben, kann jeder Einzelne von uns einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass niemand mehr auf dieser Welt an Hunger leiden oder sogar daran sterben muss. Denn, wie aus dem Agrarbericht diesen Jahres ganz klar hervorgeht, ist es nicht in erster Linie die Unfruchtbarkeit der Böden Schuld an der Hungerkrise, sondern die Erzeugung von tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst, Milch, Käse, Joghurt und Eiern.

Wer tierische Nahrung isst, verschwendet Lebensmittel

Von 4.600 Kilokalorien, die die Landwirtschaft produziert, kommen, laut Rechnungen der UNEP, nur etwa 2000 Kalorien beim Verbraucher an. Mehr als die Hälfte der Kalorien geht entweder bei Ernteverlusten oder bei der Umwandlung von Fleisch und anderen tierischen Produkten verloren [4]. So verbraucht die Herstellung von 1 kg Fleisch zwischen 7 bis 16 kg Getreide oder Soja, denn schließlich muss auch das Schlachtvieh gefüttert und gemästet werden.

Laut Aussagen der Organisation ARIWA (Animal Rights Watch) werden je nach Tierart und -produkt für eine Kilokalorie tierischen Nahrungsmittels zwischen 5 und 30 pflanzliche Kalorien benötigt [5]. Im Klartext heißt das, dass bei der gleichen landwirtschaftlichen Ertragsmenge deutlich mehr Menschen satt werden könnten, wenn wir statt Schweineschnitzel und anderen Tierprodukten Sojaschnitzel und andere Pflanzennahrung zu uns nehmen würden.

Hans Herren, der Co-Präsident des Weltagrarberichts, geht sogar davon aus, dass wir schon heute 14 Milliarden Menschen ernähren könnten, wenn wir statt Futter für die Massentierhaltung Lebensmittel für die Menschen produzieren würden [6].

Solange es Menschen auf dieser Erde gibt, die Hunger leiden, sollten wir uns fragen, ob wir den Verzehr von tierischen Produkten mit unserem Gewissen vereinbaren können. Denn in einer Welt, in der nahezu jeder Siebte Hunger leidet, wovon bis zu 30.000 täglich sterben, und fast 50 Prozent der Getreideernte und etwa 90 Prozent der Sojaernte an Nutztiere verfüttert wird, so die Earth Save Foundation, läuft irgendetwas schief, oder?! Indem wir uns entscheiden, ab sofort nur noch pflanzliche Nahrung zu uns nehmen, können wir dazu beitragen, dass kultivierbares Land in Entwicklungs- und Schwellenländern endlich wieder für die Ernährung der Bevölkerung vor Ort genutzt und die Anzahl an Hunger leidenden Personen drastisch reduziert werden kann.

Nutztierhaltung verschwendet Ackerfläche

Die Erzeugung von tierischen Produkten erfordert immense Mengen an Agrarfläche. Schließlich müssen die Tiere irgendwo gehalten und ihr Futter irgendwo angebaut werden. Bereits im Jahr 2006 wurde sage und schreibe ein Drittel der weltweit zur Verfügung stehenden Ackerfläche allein für den Anbau von Viehfutter verwendet, berichtet die Umweltorganisation FAO. So benötigt ein Rind beispielsweise etwa einen halben Hektar Land, um innerhalb eines Jahres 300 kg Fleisch zu liefern. Auf der gleichen Fläche und im selben Zeitraum könnten darauf genauso gut 15.000 kg (!) Kartoffeln angepflanzt und geerntet werden. Beziehungsweise könnte man auf einem halben Hektar Land ausreichend Obst und Gemüse anbauen, um 20 Menschen eine abwechslungsreiche Ernährung auf Pflanzenbasis zu ermöglichen.[7]

Nutztierhaltung ist eine Katastrophe für unsere Umwelt

Fleisch

Um ein einziges Kilo dieses Leichenstücks zu produzieren, werden ca. 15.000 Liter Trinkwasser benötigt. Das ist so viel, als wenn man ein Jahr lang ohne Pause duschen würde.

Neben der Verschwendung von Agrarfläche (und dem unermesslichen Leid der Nutztiere!) hat der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern auch weitreichende Folgen für unsere Umwelt. Knapp ein Drittel aller Klimagasemissionen werden, so der Weltklimarat (IPCC), direkt von der Landwirtschaft erzeugt [4]. Laut Aussagen des World Watch Instituts ist die Tierhaltung für mehr als 50 Prozent der Treibhausgase verantwortlich und führt zu einem deutlich höheren CO2-Ausstoß als der gesamte Verkehrssektor. Allein ein Rind verursacht pro Jahr durch seine Verdauung so viele Treibhausgase, wie ein durchschnittlicher PKW auf einer zurückgelegten Strecke von 18.000 Kilometern produziert.[8]

Auch wertvolles Trinkwasser wird für die Erzeugung von Tierprodukten verschwendet. Laut den Aussagen des Waterfootprint-Netzwerkes verbraucht die Produktion von nur einem Kilo Fleisch etwa 15.000 Liter Trinkwasser, während für 1 Kilo Weizen dagegen nur 1300 Liter benötigt werden. Oder anders ausgedrückt: Mit der Menge Wasser, die für die Erzeugung von 1 Kilogramm Fleisch verbraucht wird, könnte man ein Jahr lang duschen![9]

Darüber hinaus gehen 85 Prozent des Waldsterbens auf diese Überdüngung zurück, so das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landwirtschaft im Jahre 2004. Für Weideflächen und Futteranbau müssen jährlich zig Quadratkilometer unersetzbare und für das Klima wertvolle Regenwälder weichen. Die „Livestock's Long Shadow"-Studie der amerikanischen Food and Argiculture Organisation hat ergeben, dass mehr als 90 Prozent der Rodungen des Amazonas-Regenwaldes seit dem Jahre 1970 allein auf die Neuschaffung von Weideland für die Nutztierhaltung zurückzuführen sind.[10]

Selbst die Wissenschaftler der jährlich stattfindenden „World Water Week“ in Stockholm kommen zu dem Schluss, dass die Nachfrage nach Fleisch und Milchprodukten „nicht nachhaltig“ ist und sprechen sich für eine Änderung der Ernährungsempfehlungen aus.[11]

Es liegt in Deiner Hand

Sicherlich ist nicht allein die Produktion von Tierprodukten für den Welthunger verantwortlich. Doch neben grundsätzlichen Problemen, wie den schlechten Bedingungen für ländliche Kleinbauern und ungünstigen klimatischen Bedingungen, kann jeder einzelne von uns durch sein Ernährungsverhalten entscheidend dazu beitragen, dass die zur Verfügung stehende Ackerfläche vor allem für die Versorgung der Menschen statt der von Nutztieren verwendet wird. Durch Deine Entscheidung, Dich ab sofort vegan (oder zumindest überwiegend vegan) zu ernähren, kannst Du dazu beitragen, dass Tiere nicht länger wie seelenlose Ware ausgebeutet und misshandelt werden und bald niemand mehr auf dieser Welt an Hunger leiden muss.

Falls Du Neuling auf dem Gebiet der veganen Ernährung bist, findest Du viele leckere und vegane Rezeptideen direkt hier im Blog oder im Kochbuch „Vegane Kochkunst“ von Matthias.

 

Quellen:

[1] http://www.umrechnung.org/weltbevoelkerung-aktuelle-momentane/weltbevoelkerungs-zaehler.htm
[2] http://www.zeit.de/wirtschaft/2015-05/welthunger-bericht-un-2015-rom
[3] http://www.armut.de/
[4] Nachzulesen in der Broschüre des Weltagrarberichts „Wege aus der Hungerkrise“
[5] http://www.ariwa.org/wissen-a-z/wissen-a-z/jagd/114-welthungerkrise.html
[6] http://www.sueddeutsche.de/wissen/bevoelkerungsexplosion-wovon-sollen-wir-leben-1.1177347-2
[7] https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_Fleischkonsum_web.pdf
[8] World Watch Paper 171: Danielle Nierenberg: «Happier Meals – Rethinking the global meat industry», 2005, ISBN 1-878071-77-7
[9] http://waterfootprint.org/media/downloads/Sonnenberg-et-al-2009-Wasser-Fussabdruck-Deutschlands.pdf
[10] http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM
[11] http://www.worldwaterweek.org/programme/

 

© Regenbogenkreis / Matthias Langwasser - Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text und die enthaltenen Bilder unterliegen dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums. Dieser Artikel darf ohne Genehmigung weder kopiert oder veröffentlicht werden. Eine Verlinkung direkt auf die jeweilige Text-Seite sowie das Teilen in sozialen Netzwerken sind erlaubt und erwünscht.
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