Immunsystem

Unser Abwehrschild Immunsystem

Unser Immunsystem ist ein ausgeklügeltes Abwehrsystem, das uns vor Krankheitserregern und vor Infektionen schützt. Ohne unser Immunsystem wären wir folglich nicht überlebensfähig. Damit es sich stetig weiterentwickelt, braucht es den Kontakt zur belebten Umwelt, sprich zu Viren und Bakterien. Infektionen können folglich als eine Auseinandersetzung des Organismus mit der Umwelt betrachtet werden. Insbesondere für Kinder ist das Durchleben verschiedener Krankheiten sogar wichtig, damit sich ihr Immunsystem gestärkt entwickelt. Zu unterscheiden davon sind allerdings immer wiederkehrende oder andauernde Erkältungen.

Hast Du auch schon Menschen in Deinem Umfeld sagen hören: „Da mach ich schon alles, esse gesund, gehe früh ins Bett... und trotzdem bin ich permanent krank und ständig erschöpft.“ Anstelle von vitalen Menschen sind wir eher umgeben von chronisch Kranken, was traurig ist, aber auch in unser krankmachendes System passt. Der Otto-Normal-Verbraucher, der täglich auf Arbeit belegte Brötchen isst, würde wahrscheinlich zu seiner Ernährungsgewohnheit sagen: „Brot ist doch gesund und außerdem ist da Salat drauf.“

Doch was „gesund“ ist, liegt stark im Auge des Betrachters und vor allem des Wissenden. Es gibt immer noch Leute, die glauben, Milch sei äußerst gesund. Darüber hinaus werden wir in der heutigen Zeit mit einer potenzierten und vielseitigen Umweltbelastung konfrontiert, die unser Immunsystem stark herausfordert.

Wie können wir unser körpereigenes Abwehrsystem insbesondere im Hinblick darauf stärken, noch weiter unterstützen und was für eine Rolle spielt dabei auch unser Geist? 

Wie schützt das Immunsystem unseren Körper?

Das Immunsystem ist ein komplexes und biologisches Abwehrsystem und agiert auf mehreren Ebenen. Nach schulmedizinischen Erkenntnissen setzt sich das Immunsystem aus spezialisierten Zellen (Mikroebene) und lymphatischen Organen (Makroebene) zusammen. Die Hauptaufgabe des Immunsystems besteht darin, Krankheitserreger wie Bakterien und Viren, aber auch Pilze, Parasiten oder Allergene zu bekämpfen und zu eliminieren und zu verhindern, dass sich diese weiter im Organismus ausbreiten.

Wir haben außerdem mechanische Schutzbarrieren wie die Haut, die Schleimhäute und die Nasenhaare, die die Krankheitserreger abwehren oder unsere Magensäure, die diese unschädlich macht. Zur Koordinierung des Immunsystems befinden sich im gesamten Körper verteilt lymphatische Organe, wozu beispielsweise die Milz, die Lymphknoten und die Mandeln gehören.1 Wir verfügen darüber hinaus sogar über Abwehrsysteme in den Zellen.

Leukozyten

Die weißen Blutkörperchen, die sogenannten Leukozyten, sind dazu da,  Krankheitserreger abzuwehren und Fremdkörper zu beseitigen. Die im Knochenmark gebildeten „Leukos“ sind die Grundlage und ein bedeutender Teil unserer Abwehr. Dabei gibt es verschiedene Leukozyten-Arten, die jeweils unterschiedliche Aufgaben innerhalb unseres Immunsystems übernehmen. Das gemeinsame Ziel der Leukos ist es, uns vor körperfremden und schädlichen Substanzen zu schützen. Sie schwimmen als Blutzellen im Blutplasma und dank des ununterbrochenen Blutkreislaufes werden sie ständig durch den gesamten Organismus gepumpt. Einige davon verlassen sogar die Blutbahn und suchen gezielt in Gewebestrukturen nach Tumorzellen. Weitere Krankheitserreger bzw. unverträgliche Stoffe, die sie zunichtemachen, sind Bakterien, Viren, Giftstoffe (Toxine), körperfremde Partikel, Würmer, Pilze und andere Einzeller.2

Führen wir uns diese cleveren Abwehrstrategien vor Augen, die sich unser Immunsystem im Laufe der Evolution erarbeitet hat, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Jedoch scheinen wir in unserem Kulturkreis ein Verständnis von Gesundheit aufgebaut zu haben, das gegen die Natur des Menschen arbeitet. Klassische Chemotherapien zum Beispiel schwächen die Abwehr der Betroffenen massiv. Dadurch verfügen sie über eine niedrigere Anzahl an weißen Blutkörperchen, die ja so essenziell für unser Immunsystem und für die Wiederherstellung der Gesundheit sind. Gezielt können wir jedoch die Anzahl der Leukozyten erhöhen und damit unsere Widerstandskräfte stärken. Wie, das verraten wir gleich. Doch vorerst, was passiert mit unserer Abwehr, wenn wir uns doch erkälten oder uns eine Krankheit einfangen?

Unser Immunsystem hat ein Gedächtnis

Besonders in den kalten Wintermonaten – von November bis März in unseren Breitengraden – kommt es zu richtigen Grippewellen, die viele Menschen für einige Tage, manchmal sogar Wochen ans Bett fesseln. Woran liegt das?

In dieser Jahreszeit verändert sich das Wetter stark. Häufig ist es nasskalt und deutlich kühler, es wird früher dunkel und später hell. Wir halten uns vermehrt in erwärmten Räumen auf und unser Organismus wird ständig konfrontiert mit der Wärme drinnen und der Kälte draußen. Unsere Schleimhäute trocknen schneller aus, was ihre Schutzfunktion, nämlich Erreger abzuwehren, schwächt. In kalter und trockener Winterluft haben Viren eine bessere Überlebenschance. Unser Immunsystem steht vor einigen Herausforderungen und arbeitet an vielen „Fronten“, sodass es mindestens einmal pro Jahr bei zahlreichen Menschen zu Erkältungen kommt. Der Begriff „Influenza“ stammt aus dem Italienischen, ist abgeleitet von „influenza di freddo“ und bedeutet „Einfluss der Kälte“.3

Krankheitserreger wie Viren überwinden die Schutzbarrieren und es kommt zu einer Immunreaktion, zum Beispiel einer Erkältung. Das Immunsystem merkt sich dieses Virus und erkennt diesen sofort wieder, wenn er noch einmal in gleicher Form auftritt. Dann wird eine schnelle Immunantwort ausgelöst, die wir gar nicht spüren und somit auch keine Krankheitssymptome durchlaufen.4 Unsere Abwehr reagiert auf Wandel, indem sie uns erst einmal „krank“ macht, weil die Anpassung daran etwas dauert. Dieses „adaptive Immunsystem“ ist essenziell für uns. Ohne diese Anpassungsfähigkeit unserer Abwehr wären wir nicht überlebensfähig.5

Erkälten wir uns, kann dies erst einmal als eine natürliche Reaktion unseres Immunsystems auf neue, für es noch unbekannte Krankheitserreger verstanden werden, woraus sich jedoch eine stärkere Abwehr bildet. Fieber ist primär nichts Schlechtes. Beim Temperaturanstieg von 37 auf 38 Grad verdoppelt sich die Abwehrkraft, bei 39 vervierfacht sie sich schon.6

Dennoch müssen wir nicht ständig krank sein oder werden. Ein schwaches Immunsystem kann sich auch schlechter zur Wehr setzen. Inwiefern unsere Abwehr auf unsere Umwelt reagiert, hängt auch eng damit zusammen, wie sie von innen und von außen gestärkt wird.

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Wie können wir unsere Widerstandskräfte stärken?

Zugegebenermaßen ist es heute eine enorme Herausforderung inmitten einer Zivilisation, die permanente Leistung einfordert, zwischendrin zu entspannen und unserem Immunsystem eine Auszeit zu gönnen. Die Stärkung unserer körpereigenen Abwehr ist als ein Synergieprogramm zu verstehen, das sich aus vielen verschiedenen Faktoren zusammensetzt. Sprich, wenn wir unser Immunsystem wirklich stärken und gesund bleiben wollen, sollten wir – so weit es möglich ist – einen harmonischen Lebensstil pflegen. Wie gesagt, ist es kein Leichtes und eine Aufgabe, die uns lebenslang begleiten wird. Auch unsere Gedanken, unser Geist spielt dabei eine große Rolle. Wer hat nicht schon selbst am eigenen Leib erfahren, dass eine chronischepsychische Belastung uns wirklich schwächt?

Hier findest du einen Beitrag zum Thema "Warum du Vitamin D3 mit K2 und Magnesium einnehmen solltest"

Hier nun einige Tipps, wie du Dein Abwehrschild gezielt stärken kannst:

Vollwertige, pflanzliche & abwechslungsreiche Nahrung

Die Basis für ein gesundes und starkes Immunsystem bildet unsere Nahrung. Viel frisches Obst und Gemüse sollten täglich auf Deinem Speiseplan stehen, denn  Vitalstoffe aus Pflanzen bilden die Grundlage jeder guten Abwehr. Es lassen sich so viele leckere und zudem gesunde Speisen zubereiten: Wie wäre es zum Beispiel mit selbst gemachtem Hummus aus Kichererbsen mit ganz viel Knoblauch und Olivenöl? Oder mit einer warmen Kürbissuppe, die mit Curry und Ingwer verfeinert wurde? Gewürze sind eine tolle Möglichkeit, Wärme in Deinen Körper zu bringen und sorgen gerade in der kalten Jahreszeit für ein inneres Wohlgefühl. Wusstest du, dass der im Pfeffer enthaltene Stoff Piperin ebenso eine immunstimulierende Wirkung haben soll?

Deiner Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Weitere spannende Inspirationen findest du außerdem in Matthias' bekanntem Veganen Kochbuch.