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Salz – das weiße Gold?

Im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde es als „weißes Gold“ bezeichnet und war sagenhaft teuer – Kochsalz. Seitdem sich die Herstellungstechniken deutlich verbessert haben, hat sich das geändert. Inzwischen ist Salz sehr günstig geworden und wird zur geschmacklichen „Verbesserung“, aber auch zur Konservierung, vielen Lebensmitteln zugesetzt.

Meist handelt es sich dabei um Steinsalz, welches entweder in bergmännisch abgebaut oder aber durch Bohrungen und anschließendes Ausspülen (sog. Solbohrung) gewonnen wird. Meersalz findet eher seltener Verwendung. Der Grund für die hohe Wertschätzung von Salz liegt in seiner breiten Verwendbarkeit. Nahezu jedes Gericht lässt sich mit einer Prise Salz würzen.

Es eignete sich auch hervorragend, um den schlechten Geschmack verdorbener Lebensmittel zu überdecken. In Zeiten vor der Erfindung von Kühlketten und einer nicht immer lückenlosen Versorgung mit frischen Lebensmitteln ist das eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft. Vielleicht ist diese Eigenschaft von Salz auch heute noch der Grund dafür, warum es in vielen industriell gefertigten Produkten in großen Mengen zu finden ist. Die Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen fand beispielsweise heraus, dass eine Scheibe industriell gebackenes Brot bis zu einem Gramm Salz enthalten kann [1]. Damit reicht unter Umständen bereits eine Scheibe Brot, um den natürlichen Salzverlust – z.B. durch Schwitzen – eines Tages auszugleichen.

Salz

Handelsübliches Kochsalz, eher eine Industriechemikalie als ein Lebensmittel

Salz und der menschliche Körper

Kochsalz besteht aus Natrium- und Chlorid-Ionen. Deshalb nennt der Chemiker es Natriumchlorid, oder kurz NaCl. Spätestens im Mund löst sich das Salz im Speichel. So zerfällt das Natriumchlorid in Natrium- und Chlor-Ionen (Chlorid). Beide spielen im Körper eine wichtige Rolle. Chlorid wird beispielsweise für die Herstellung von Magensäure benötigt und spielt eine wichtige Rolle im Ionenhaushalt der Zellen. Natium-Ionen sind für den Körper vor allem an der Regelung des Wasserhaushaltes beteiligt. Man kennt das: Wenn man sehr salzig gegessen hat, bekommt man großen Durst.

Hier beginnt das Problem: Nimmt man zu viel Natrium zu sich, versucht der Körper, den erhöhten Natriumgehalt im Blutkreislauf wieder auszugleichen. Dabei passiert zweierlei: Erstens bemühen sich die Nieren, den hohen Natriumspiegel nach Kräften wieder zu senken, indem sie Natrium aus dem Körper ausschwemmen. Dadurch verliert der Körper Wasser und man bekommt Durst. Zweitens geben die Zellen Zellwasser ins Blut ab, um die Natriumkonzentration zu senken. Damit steigt das Blutvolumen. Zusammen mit den hormonellen Prozessen, die aufgrund der gesteigerten Nierentätigkeit in Gang gebracht werden und zu einer Verengung der Blutgefäße führen, kommt es somit zu Bluthochdruck.

Was bei einem kurzfristig erhöhten Natriumspiegel im Blut ein sinnvoller Mechanismus ist, um die Durchflussgeschwindigkeit des Blutes zu erhöhen und damit die Ausschwemmung von Natrium in der Niere zu beschleunigen, wird zum Problem wenn ständig neues Natrium hinzu kommt, weil zu salzig gegessen wird.

Gesundheitliche Folgen

Bluthochdruck gehört weltweit zu den Hauptursachen eines vorzeitigen Todes [2]. Er führt insbesondere zu Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall. Wissenschaftler schätzen, dass nur ein Teelöffel weniger Salz pro Tag weltweit rund 4,4 Millionen Todesfälle vermeiden würde – pro Jahr [3]! Die Schädigung der Blutgefäße durch Bluthochdruck betrifft auch die Blutgefäße der Nieren, so dass diese in ihrer Funktion eingeschränkt werden können. Dadurch kann es zu einem gefährlichen Kreislauf kommen, da die Nieren noch mehr arbeiten müssen, um die Ionen-Konzentration im Blut konstant zu halten. Dies wiederum lässt den Blutdruck noch weiter ansteigen.

Aber Bluthochdruck und seine Folgen sind nicht das einzige Problem. Eine Studie in Korea hat beispielsweise ergeben, dass eine salzreiche Ernährung ein Risikofaktor für eine Gewichtszunahme ist, ganz unabhängig von der Menge an aufgenommenen Kalorien [4]. Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass Salz Autoimmunkrankheiten begünstigt [5].

Durch zu viel Salz in der Nahrung gefährdet man seine Gesundheit somit massiv.

Was kann man tun?

Da sich Salz direkt auf den Blutdruck auswirkt, kann man anhand seines Blutdrucks feststellen, ob man zu viel Salz zu sich nimmt. Als normal gilt lt. WHO ein Blutdruck von unter 90/130 mmHg, optimal ist unter 80/120 mmHg. Liegt der Blutdruck darüber, so gehört eine Reduktion von Salz in der täglichen Ernährung zu einer der Maßnahmen, die schnell Wirkung zeigen können.

Um festzustellen, wie viel Salz in einem fertigen Produkt enthalten ist, sucht man in der Nährwerttabelle nach der Angabe für Natrium. Als Faustregel gilt: Der Salzgehalt entspricht dem 2,5-Fachen des Natriumgehalts. Ein handelsübliches Schnittbrot enthält laut Nährwerttabelle 0,5 g Natrium pro 100 g. Damit enthalten 100 g Brot also 1,25 g Salz. Die WHO empfiehlt, nicht mehr als 5 g Salz pro Tag zu sich zu nehmen, notwendig sind im Normalfall jedoch nur 1-3 g. Das ist ungefähr ein halber gestrichener Teelöffel.

Aber nicht nur verarbeitete Lebensmittel enthalten viel Salz. Auch Fleisch- und Wurstwaren sind sehr salzhaltig (z.B. Lyoner: 2,3 g Salz auf 100 g), ebenso wie viele Käsesorten (z.B. Gouda: 1,3 g auf 100 g). Obst und Gemüse enthält hingegen von Natur aus kaum Salz, da Natrium für den pflanzlichen Stoffwechsel kaum eine Rolle spielt. Ausnahmen bilden hier lediglich mit Salz konservierte Produkte wie zum Beispiel Oliven in Salzlake oder getrocknete Tomaten. Bei veganer Ernährung hat man somit seinen Salzkonsum noch leichter im Griff.

Salz

Naturbelassenes Himalaya-Salz

Etwas anders gelagert ist der Fall bei naturbelassenem Salz, insbesondere aber bei Himalaya-Salz. Das übliche Kochsalz besteht tatsächlich aus reinem NaCl. Der Grund dafür ist, dass Salz in allererster Linie für die Industrie gewonnen wird und nur ein kleiner Teil als Kochsalz „zweckentfremdet“ wird. Die Industrie benötigt diesen hohen Reinheitsgrad an NaCl.

Geht es aber um unsere Ernährung, so ist naturbelassenes Salz der Industrie-Chemikalie NaCl vorzuziehen. Es enthält nämlich neben Natriumchlorid noch eine ganze Bandbreite weiterer Mineralien und Spurenelemente. Deshalb ist naturbelassenes Salz auch nur selten weiß, sondern in vielen verschiedenen Farben zu haben. Von gelb, über blau, grau und schwarz, bis hin zum wohl bekanntesten Natur-Salz, dem rosafarbenen Himalaya-Salz.

Naturbelassenes Salz gibt es entweder als (unbehandeltes) Meersalz oder aber als Steinsalz zu kaufen. Letzteres ist im Grunde das in Gestein gelagerte Meersalz des Urmeeres. Da das Steinsalz über Jahrtausende oder gar Jahrmillionen von Gesteinsschichten geschützt war, ist es frei von Schadstoffen, die der Mensch spätestens seit Beginn der Industrialisierung mehr und mehr in die Umwelt einbringt. Bei Meersalz ist dies nicht unbedingt gewährleistet, auch wenn es natürlich Gütesiegel, Grenzwerte und Kontrollen gibt – man muss sich bei Meersalz lediglich auf diese verlassen.

Durch seine Natürlichkeit ist dieses Salz deutlich besser verträglich als chemisch pures NaCl, was man auch schmecken kann. Natürliches Salz schmeckt milder und vielschichtiger, während handelsübliches Kochsalz oft beißend salzig schmeckt. Hier gibt es nicht nur eine große Bandbreite an verschiedenen Farben, sondern auch an verschiedenen Geschmäckern. Kala Namak beispielsweise, hindi für „schwarzes Salz“, ist durch seinen an gekochte Eier erinnernden Geschmack ein Geheimtipp unter Veganern zum kreieren veganer „Eier“-Speisen.

Aber nicht nur geschmacklich ist naturbelassenes Salz eine Besonderheit. Gerade beim Himalaya-Salz zeigt sich dies. Viele schwören regelrecht auf die heilsame Wirkung von Himalaya-Salz-Sole. Diese lässt sich sowohl in Trinkkuren verwenden, als auch auf die Haut auftragen oder zur Bereitung von Salzbädern verwenden. Trinkkuren mit Sole wird eine entschlackende Wirkung zugeschrieben und es wird auf die harmonischen Schwingungsverhältnisse zwischen dem Himalaya-Salz und dem menschlichen Körper verwiesen. Auch eine positive Wirkung bei Bluthochdruck wird Himalaya-Salz nachgesagt, also entgegengesetzt der blutdrucksteigernden Wirkung von Kochsalz.

Ein Solebad soll so gut wirken wie 2-3 Tage Fasten, da die Sole osmotisch Schlackenstoffe aus dem Körper entferne und gleichzeitig die Mineralien des Salzes über die Haut aufgenommen würden. Des Weiteren führe das Solebad zu einer besseren Feuchtigkeitsversorgung der Haut und zu einem insgesamt besseren Hautgleichgewicht, ohne den natürlichen Schutzschild der Haut zu stören.

Auch bei Akne, Insektenstichen, Juckreiz, Neurodermitis und der Behandlung von Narben führe eine Behandlung mit Himalaya-Salz-Sole schnell zu spürbaren Erfolgen. Auch als Peeling lässt sich das Salz nutzen und wird in diesem Zusammenhang als natürlicher Feind der Kosmetikindustrie gehandelt.

Aufgrund der positiven energetischen Eigenschaften, die dem Himalaya-Salz zugeschrieben werden, sind auch besonders vorteilhafte Effekte bei den klassischen Anwendungen von Salzsole wie Inhalation und Nasenspülungen zu erwarten.

Aus all dem ergibt sich: Salz kann nicht nur schädigend, sondern auch sehr nutzbringend sein. Es muss jedoch das richtige Salz sein und bewusst damit umgegangen werden.

 Quellen:

1: http://www.vz-nrw.de/salz-im-brot
2: Neal, B. (2014): Dietary salt is a public health hazard that requires vigorous attack. The Canadian Journal Of Cardiology, 30(5), 502-506.
3: Strazzulo (2009): Salt intake, stroke, and cardiovascular disease: meta-analysis of prospective studies. BMJ, 2009, 339.
4: Yoon, Y., & Oh, S. (2013): Sodium density and obesity; the Korea National Health and Nutrition Examination Survey 2007-2010. European Journal Of Clinical Nutrition, 67(2), 141-146.
5: Kleinewietfeld, M., Manzel, A., Titze, J., et al. (2013): Sodium chloride drives autoimmune disease by the induction of pathogenic TH17 cells. Nature, 496(7446), 518-522.

 

© Regenbogenkreis / Matthias Langwasser - Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text und die enthaltenen Bilder unterliegen dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums. Dieser Artikel darf ohne Genehmigung weder kopiert oder veröffentlicht werden. Eine Verlinkung direkt auf die jeweilige Text-Seite sowie das Teilen in sozialen Netzwerken sind erlaubt und erwünscht.
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  • Zusammenfassung

    Ich glaube, daß es auch in "unseren Breiten" naturbelassenes, hochwertiges Salz gibt, das dann nicht über so große Entfernungen transportiert werden muß - und vielleicht sogar auch -wer weiß- menschenwürdig abgebaut wird. Zum "weißen" Gold - nun auch bunt - habe ich schon viel Wissenswertes weitergegeben - und verwende es natürlich auch bewußt.

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