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Guter Zucker, schlechter Zucker

Matthias Langwasser über Xylit

Viele Menschen hören, dass Zucker gefährlich sei und sehen sofort die klassischen Vorurteile: Das dicke Kind auf dem Schulhof, die an Diabetes erkrankte Großmutter, den 2-Liter-Cola-Becher im Kino. Darauf folgt häufig ein Gedankengang, der schnell zum eigenen Verhängnis wird: “Das trifft ja auf mich alles gar nicht zu. Ich esse Zucker ja nur in Maßen.”

Zucker ist mehr, als die Dose mit dem kristallinen Pulver auf dem Teetisch. Seine Wirkungen sind komplexer, als die steigende Zahl auf der Waage und die Anzahl der Schokoriegel-Papiere im Mülleimer. Glucose, Fruktose, Maltose, Laktose - Zucker hat viele Gesichter und nur die wenigstens assoziiert der Verbraucher mit den gesundheitsschädigenden Wirkungen des weißen Zuckers, von denen er schon als Kind - zumeist vom Zahnarzt - das erste Mal hörte.

Guter Zucker, schlechter Zucker - ein Versteckspiel, das in Wirklichkeit meist einseitiger ist, als es auf vielen Verpackungen im Supermarkt-Regal erscheint. Die häufig als gesündere Alternative beworbenen Produkte mit Glukosesirup und Co. wirken sich keinesfalls positiver auf den menschlichen Organismus aus, als ihr kristalliner Verwandter, denn auch sie sind industriell verarbeitet. Ferner ist sogar Rohrohrzucker aus dem Bioladen raffiniert. Raffinierter Zucker ist ein Mineralstoffräuber und kann zu Übersäuerung führen, gefahrlos zugreifen kannst Du hingegen bei Vollrohrzucker, Agavendicksaft  sowie Birnen- und Apfeldicksaft.

Die Verbindung macht den Unterschied

Zucker ist ein Kohlenhydrat und kann aus verschieden langen Ketten bestehen. Er kommt sowohl natürlich, als auch durch den Menschen extrahiert und dann in Nahrungsmittel eingefügt, in unserer Ernährung vor:

Zucker Alternativen-4

Agavendicksaft, die süße Alternative zu Industriezucker.

Einfachzucker ist die kurzkettigste Variante des Zuckers, reine Beispiele hierfür sind Glukose, Fruktose und viele Süßungsmittel. Kurzkettige Zucker treten aber auch ganz natürlich in Obst und Gemüse auf.

Zweifachzucker sind uns vor allem durch ein Beispiel geläufig: Laktose und damit auch alle Lebensmittel, wie Milchprodukte, Aufstriche und viele Fertiggerichte, in denen sie vorkommt. Die Intoleranz gegenüber Laktose ist ein besonders weit verbreitetes Phänomen. Hierzu ist es sinnvoll, über diesen Artikel hinaus einmal darüber nachzulesen, warum wir Menschen keine Milch trinken sollten und wie sich Milchkonsum auf unseren Körper auswirkt.

Mehrfachzucker sind beispielsweise Ballaststoffe und stärkehaltige Kohlenhydrate, wie sie in Quinoa, Hülsenfrüchten, Süßkartoffeln und anderen naturbelassenen Lebensmitteln auftreten.

Natürlich versus industriell

Zucker kommt in der Natur vor und so gehört er auch zur Ernährung des Menschen. Nun könnte man nach dem oben gelernten annehmen, es käme ausschließlich auf die Zusammensetzung des Zuckers an. Dem ist jedoch nicht so. Ein weiterer Faktor entscheidet darüber, ob der Zucker von unserem Körper vernünftig verarbeitet wird oder nicht:

Ein Beispiel:
Eine industriell verarbeitete Mahlzeit enthält künstlich gewonnen Zucker, der nicht mehr mit den Nährstoffen im Zusammenhang aufgenommen wird, die in der Pflanze vorkamen, aus der dieser Zucker extrahiert wurde. Ein naturbelassenes Lebensmittel hingegen enthält noch alle komplexen Nährstoffe, die wir gleichzeitig mit dem Zucker aufnehmen.
Unser Körper funktioniert als sehr komplexes System, das von der Natur nicht dafür ausgerüstet wurde, immer einen einzelnen Nährstoff umzusetzen, sondern dafür, ein komplexes Gebilde (unsere natürlichen Nahrungsmittel) aufzubrechen und die Nährstoffe daraus zu verwenden.

Unser Körper verwendet Kohlenhydrate, wie die oben genannten Zucker, um Energie umzusetzen, damit wir körperliche und geistige Leistung erbringen können. Zucker geht in unserem Körper folgenden Weg:

Wir verdauen unser Nahrungsmittel und nehmen Glucose in unserem Dünndarm als kurzkettigen Zucker auf. Dieser Zucker befindet sich nun direkt in unserem Blut und sorgt für einen Anstieg des Blutzuckerspiegels. Wenn wir ein verarbeitetes Lebensmittel konsumieren, das vornehmlich aus kurzen Ketten besteht, dann verbraucht unser Körper zwar nur sehr wenig Energie, um den Zucker zu extrahieren, er erhält aber auch kaum zusätzliche Nährstoffe im Verdauungsprozess. Ein unverarbeitetes natürliches Lebensmittel wie beispielsweise eine Banane ist für unseren Körper ein wenig komplexer aufzubrechen und enthält viele Nährstoffe, die zusätzlich zum Zucker aufgenommen werden.

Stevia Zuckerersatz

Stevia: Konzentrierte zuckerfreie Süße.

Da die Verarbeitung des industriell verarbeiteten Lebensmittels für den Körper so einfach und schnell vonstatten geht, steigt der Blutzuckerspiegel sehr schnell an. Weil der Verzehr solcher Lebensmittel nur von kurzer Dauer ist, funktioniert der Schutzmechanismus, den unser Insulin uns bietet, nicht mehr richtig. Insulin wird ausgeschüttet, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Meist beginnt diese Ausschüttung, wenn wir anfangen zu essen, daher ist unser Körper auf eine große Mahlzeit, die bestenfalls auch gekaut werden muss, perfekt vorbereitet, auf eine schnelle Fast Food Zwischenmahlzeit jedoch nicht. Man kann sich das so vorstellen:

So schnell wie ein konventioneller Schokoriegel gegessen wird, so schnell gelangt er auch ins Blut. Energie steht zwar sofort in Massen zur Verfügung, jedoch hält diese nicht lange vor, da nach dem ersten Zuckerschub der Schokoriegel schon verdaut ist und keine weitere Energielieferung erfolgt. Man kann sich im Vergleich folgendes Bild vorstellen, um zu verstehen, wie es dem Körper mit dieser Art von Ernährung geht:
Ein Mensch rennt bei voller Kraft los, er fühlt sich energiereich und gut. Plötzlich wird er abgebremst und fällt hin, weil seine Beine versagen. Er will weiter rennen, denn er liebt es, aber er kann nicht, weil er am Boden liegt. Also wird er Passanten anhalten und so lange um einen neuen Schokoriegel bitten, bis er einen bekommt. Denn der hat ihm ja das letzte Mal zu so tollen - wenn auch kurzen - Leistungen verholfen. Danach geht das Spiel von vorne los.

Konsumiert man stattdessen eine natürliche Mahlzeit, die vornehmlich aus Mehrfachzuckern besteht, beispielsweise eine Süßkartoffel mit Spinat, so braucht unser Körper viel mehr Zeit, um diese Zucker zu zerlegen, bis Glucose zur Verfügung steht, um in den Körper aufgenommen zu werden. Der Blutzuckerspiegel steigt deswegen nur sehr langsam an. Der Läufer aus unserem Beispiel würde also vielleicht nicht so einen Blitzstart hinlegen, dafür aber den ganzen Marathon schaffen.

Wenn wir mit zu vielen Einfachzuckern aus industriell verarbeiteten Lebensmittel versorgt werden, erzeugt unsere Leber aus diesen den so genannten Speicherzucker Glykogen, um den Zucker zu lagern. Da unsere Leber nicht weiß, dass wir ständig neu mit Zucker versorgt werden, speichern wir häufig sehr viel mehr Glykogen, als der Körper benötigt. Wir kennen diesen Vorgang auch als Gewichtszunahme. Das klassische “Fett für schlechte Zeiten” entsteht. Nur, dass die schlechten Zeiten heutzutage für uns selten eintreten und wir meist schon wenige Stunden nach der letzten Mahlzeit zur nächsten greifen möchten, inklusive kurzkettiger Zucker.

Ein Kreislauf beginnt, der diverse körperliche Folgen wie Diabetes, Pilzbefall im Darm, Herzprobleme, Sehstörungen, Leberschwäche und viele andere Probleme im Schlepptau nach sich zieht. So ist zu überlegen, ob “Zucker macht doch schlechte Zähne!” wirklich das einzige ist, worum wir uns Sorgen machen sollten. Denn durch fleißiges Zähneputzen ist manchmal doch nicht alle Gefahr gebannt, wie wir es uns als Kinder so gern vorgestellt haben.

Alternativen sind ganz einfach

Wenn Du gern auf Schokoriegel und Co. verzichten möchtest und auch bei warmen Gerichten, Salatdressings und allem anderen, was auf dem Teller landet, nicht mehr so richtig sicher bist, was Du da isst, dann haben wir hier ein paar Tipps für Dich:

Iss Gerichte, die Du selbst zubereitet hast. Wenn Du ein fertiges Gericht kaufst, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Zucker hinzugesetzt und vielleicht erkennst Du das nicht einmal anhand des Etiketts. Nur wenn Du selbst kochst, weißt Du genau, was in Deinem Essen drin ist. Inzwischen gibt es aber auch immer mehr Restaurants und Cafés, die zu den gesünderen Zuckeralternativen greifen – hier gilt: Einfach nachfragen und auch mal in der Karte nachlesen. Solche Restaurants und Cafés geben oft direkt an, dass sie mit gesunden Alternativen kochen. So kannst Du unbeschwert im Restaurant genießen.

Statt blindlings Angst vor Süßem zu entwickeln und das Backblech in der Ecke verstauben zu lassen, lohnt es sich, nach Alternativen zu suchen – denn an denen mangelt es nicht. So ist beispielsweise Birkenzucker, der auch Xylit genannt wird, genauso süß wie herkömmlicher Zucker, hat aber keine der negativen, sondern völlig gegenteilige Effekte als herkömmlicher Zucker: Xylit verhindert Karies. Die Bakterien, die für unsere Löcher im Zahn verantwortlich sind, können den Birkenzucker nicht verstoffwechseln und uns nicht schaden. Ein toller Nebeneffekt ist, dass die Zähne nach dem Putzen mit Xylit ganz glatt werden und sich blitzeblank anfühlen. In unserem Shop findest Du ein komplettes Zahnpflegeset mit Xylit.

Auch Stevia ist zum Süßen geeignet, jedoch sollte hier auf die Zusatzstoffe in der Mischung geachtet werden – da Stevia als reiner Pflanzenstoff in der EU nicht verkauft werden darf, handelt es sich bei den im Handel erhältlichen Flüssigkeiten oder Tabletten stets um einen aus der Pflanze gewonnenen und mit weiteren Stoffen versetzten Extrakt.

Eine tolle, natürliche Süße kannst Du auch mit unserem Kokosblütenzucker erzeugen. Du kannst ihn ganz einfach so wie Haushaltszucker zum Kochen und Backen verwenden und genießen. Wenn Du Lust auf leckere süße Rezepte hast, schau doch einfach mal bei unseren veganen Rezepten vorbei, oder koche die leckeren Naschereien und Desserts aus Matthias Kochbuch nach.

Hier findest Du einen ergänzenden Beitrag zum Thema in unserem Blog: Süßes Gift.

 

Internetadressen zum Thema

http://www.individualisten.at/low-carb-ja-oder-nein-ausserdem-bedeutet-zuckerfrei-eigentlich-bonus-ein-rezept-fuer-weisse-schoko/
http://ajcn.nutrition.org/content/75/5/951.2.full
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/zucker-gift-ia.htm
http://www.lebensmittelklarheit.de/informationen/steviolglycoside-neuer-suessstoff-aus-der-stevia-pflanze

 

© Regenbogenkreis / Matthias Langwasser - Alle Rechte vorbehalten. Dieser Text und die enthaltenen Bilder unterliegen dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz geistigen Eigentums. Dieser Artikel darf ohne Genehmigung weder kopiert oder veröffentlicht werden. Eine Verlinkung direkt auf die jeweilige Text-Seite sowie das Teilen in sozialen Netzwerken sind erlaubt und erwünscht.
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