Die Geschichte der Impfungen – Die Erfinder und Entdecker Teil 2

Einfache Formen der Impfung sind schon lange bekannt. Die vorbeugende Ansteckung mit geringen Mengen von Variolaviren, heute Variolation genannt, ist schon seit mindestens 3000 Jahren aus China bekannt, wo zerriebener Schorf der Pusteln geschnupft wurde.

In Indien ritzte man dieses Material in die Haut.

Die muslimischen Sklavenhändler ließen die besonders schönen Mädchen gegen Pocken impfen. Jene, die diese Impfungen ohne Narben überstanden, konnte man als Haremsdamen verkaufen.
In Europa führte Lady Mary Wortley Montagu (1689–1762), die Frau eines britischen Diplomaten in Istanbul, die Variolation durch Einritzen von etwas Flüssigkeit aus den Pockenbläschen in die Haut ein.

In den Hauptrollen: Edward Jenner, Robert Koch und Louis Pasteur

Der englische Landarzt Edward Jenner (1749-1823)

Edward Jenner wurde am 17. Mai 1749 im Südwesten Englands geboren. Er studierte Medizin in London und eröffnete danach eine Praxis in seinem Heimatort. Sehr häufig kamen Patienten zu ihm, die an Pocken litten. Gleichzeitig beobachtete Jenner, dass Melkerinnen und andere Menschen, die häufig Kontakt zu Kühen hatten, zwar oft an den Kuhpocken erkrankten, jedoch fast nie die Menschenpocken bekamen.
Es schien, als seien sie durch die Tierkrankheit immun gegen die viel schlimmere Menschenkrankheit geworden. Diese Beobachtung sollte Folgen haben.

Melker, welche einmal Kuhpocken hatten, erkrankten nicht an Menschenpocken – der Beginn einer Odyssee.



Der Versuch

Edward Jenner, der seinen Sohn für Impfungen opferte.

Am 14. Mai 1796 wagte er daher ein Menschenexperiment: Er impfte den achtjährigen Sohn seines Gärtners, James Phipps mit dem Erreger der Kuhpocken. Dazu schnitt er eine (Kuh-)Pockenpustel einer Melkerin auf, die an den Kuhpocken litt und schmierte die Flüssigkeit in einen kleinen, zuvor angebrachten Hautritz am Arm des Jungen. Dieser bekam daraufhin die harmlosen Kuhpocken.
Als er wieder gesund war, kam der wesentlich riskantere Teil des Versuchs. Jenner infizierte den Jungen nun auf die gleiche Weise mit den Menschenpocken. Doch das Kind blieb gesund. Sein Körper hatte offensichtlich bereits eine Abwehrfunktion gegen das Virus aufgebaut. Von nun an nannte man diese Form der Impfung Vakzination von dem lateinischen Wort für Kuh „vacca“. Heute bedeutet das Wort vaccination bedeutet auf Englisch "Impfung".

Im Jahr 1798 veröffentlichten ersten Bericht von Edward Jenner erwähnt er 23 Fälle, die seine Theorie bestätigen sollten.
14 Personen hatten Pocken gehabt, und blieben im weiteren Verlauf ungeimpft resistent bei Kontakt mit Pockenkranken.
Der 5-jährige John Baker starb wenige Tage nach der Pockenimpfung.

Jenners Sohn war nach der väterlichen Pockenimpfung lebenslang behindert. Im Alter von zehn Monaten nahm Jenner an ihm die erste Pockenimpfung vor, danach blieb sein Sohn zeitlebens geistig behindert und starb schon mit 21. Anders als Jenner waren seine Nachfolger trotz gravierender Misserfolge und unermesslichen Leids für Tausende Geimpfter vom Glauben an die Richtigkeit ihres Handelns geradezu fanatisch überzeugt. Noch heute feiert man die "Ausrottung" der Pocken als Triumph der modernen Medizin.
Die restlichen Fälle wurden nach Impfung lediglich 4 Wochen beobachtet, bevor der Bericht verfasst war.

In der zweiten Schrift „Inquiry“ (1799) ging Jenner auf diese Einzelheiten ein.
Jahre später war sich Jenner nach dem Lostreten der ganzen Impflawine, dem heute größten Industriezweig der Pharma, gar nicht mehr so sicher…:


"Ich weiß nicht, ob ich nicht doch einen furchtbaren Fehler gemacht habe und etwas Ungeheures geschaffen habe."


Die Zweifel hinderten ihn jedoch nicht daran, mit seiner “Erfindung” dazu beizutragen, die Pharmaindustrie zu „revolutionieren“ und dabei selbst gut zu profitieren.
Doch auch einem der großen Despoten dieser Welt kam die neue Vakzination zupass…

Napoleon Bonaparte (1769-1821)

Napoleon bestimmte seit 1799 als Erster Konsul die Pockenimpfpflicht, wenige Jahre, nachdem Dr. Edward Jenner (1749-1823) die Kuh-Pockenimpfung entdeckt hatte. Zuvor mussten diejenigen jungen Männer, die für Napoleon in den Krieg ziehen „durften“, sich der Inokulation bzw. der Variolation unterziehen. Die 8 von 10 Männern, die die Pockenvariolation überlebt hatten, waren würdig, für Napoleon Bonaparte dann ihr Leben in der Schlacht zu lassen. Sie erhielten zunächst ein Zertifikat, das ihnen bescheinigte, gegen die Pocken immun zu sein.

Napoleon Bonaparte – Er missbrauchte Waisenkinder als “Impflieferanten”.

Da Napoleon Bonaparte die Pockenimpfung für sein Land vorschrieb, musste dafür gesorgt sein, dass genügend Impfstoff zur Verfügung stand.
Waisenkinder dienten ihm dabei als „Stammimpflinge“. Den teuren, von Kühen gewonnen Impfstoff, impfte man nun den Waisenkindern. Von den nun aufblühenden Impfbläschen der Kinder gewann man die Impfstoffe für die weiteren Impfungen.

Die Waisenkinder wurden in die Kolonien verschifft, und die von ihnen „gewonnenen“ Impfstoffe, sollten die Kolonialherrschaft sichern.

Nach 3 Jahren Weltumsegelung in den Diensten der Herrscher kamen die überlebenden Kinder in ihre Heimat zurück. Wie viele, darüber ist nichts bekannt.
Napoleon Bonaparte ordnete an, dass Kinder, Soldaten und alle andern Franzosen zwangsweise geimpft werden. Seinem Beispiel folgten darauf auch die meisten andern Fürsten in Europa. Von Maria Theresa weiß man, dass sie ihre eigenen Kinder impfen ließ, wobei 2 durch diese Impfung starben. Über zwei Jahrhunderte galt Impfen als Hoheitspflicht.

Als die Syphilis in Deutschland mit der Pockenimpfung übertragen worden war, legte man mehr „Sorgfalt“ an den Tag beim Aussuchen der Stammimpflinge unter den Waisenkindern.
Auf dem Rücken und mit dem Leben der Stammimpflinge – Gefangene, Waisenkinder, Sklaven - ist eine der größten Industrien der Neuzeit entstanden und zugleich die geradezu zwanghafte Meinung, dass Impfen schützt.

Am 26. August 1807 wurde in Bayern als weltweit erstem Land eine Impfpflicht eingeführt. Baden und Preußen folgten 1815, Schweden 1816, England 1867 und das Deutsche Reich 1874. Im lutherischen Schweden hatte die protestantische Geistlichkeit bereits um 1800 eine Vorreiterrolle bei der freiwilligen Pockenimpfung inne.
Im Jahr 1967 wurde weltweit die Pocken-Impfpflicht eingeführt auf Beschluss der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Impfung wurde mit einer Impfpistole oder Lanzette meist am Oberarm durchgeführt, wo sich an der Eintrittsstelle durch die resultierende Infektion in der Regel eine Pustel und daraus schließlich eine kreisrunde Impfnarbe bildete, die bis heute bei vielen geimpften Menschen zu sehen ist. In manchen Ländern war es bei der Einreise erforderlich, die Impfnarbe vorzuzeigen. Die meisten Geimpften haben zwei Pockennarben nebeneinander am Oberarm.

Impfungen mit der Impfpistole.

Die ursprüngliche Vaccine aus der Kuhpocke wurde zunächst von Kind zu Kind übertragen, da man kein Verfahren kannte, wie man den Impfstoff konservieren konnte.

Robert Koch

1843 wurde Robert Koch als drittes von insgesamt 13 Kindern geboren.
Schon als 22-Jähriger erhielt er den Doktortitel der Medizin noch vor dem Staatsexamen.

1882 entdeckte Robert Koch den Tuberkuloseerreger, was ihm Weltruhm einbrachte.

Robert Koch – Erfinder von Tuberkulin.

1885 wurde er Professor an der Berliner Universität und Leiter des Instituts für Infektionskrankheiten, das heutige Robert-Koch-Institut. Zu seinen Mitarbeitern zählten u.a. die späteren Nobelpreisträger Emil Behring und Paul Ehrlich.

1890 stellte er Tuberkulin, ein aus Tuberkel-Bakterien hergestellter Impfstoff, bzw. Heilmittel vor. Nach Eigenversuchen und Tests mit ca. 50 Probanden gelangte Koch zu der Behauptung, Tuberkulin sei die Wunderwaffe gegen die Lungentuberkulose, die Schwindsucht.

Der Jubel war groß, Koch wurde von den Berliner Stadtverordneten zum Ehrenbürger ernannt.
Nach der anfänglichen Euphorie über das vermeintliche Wundermittel Tuberkulin gegen die Schwindsucht kam die große Ernüchterung, weil das Tuberkulin katastrophal versagte und die Patienten reihenweise starben. Kochs Wundermittel war nichts weiter, als eine durch Hitze abgetötete Bazillenkultur. Beweise für seine Theorien blieb Koch schuldig. Die Markteinführung des Tuberkulins war jedoch beschlossene Sache.

Kochs Theorie, Mikroben = tödliche Krankheitserreger, rief die aufstrebende Pharmaindustrie zusammen mit den medizinischen Autoritäten auf den Plan.

Nachdem Tuberkulin auf dem Markt war, häuften sich 1891 die Meldungen von Todesfällen. Sie wurden freilich noch nicht allzu ernst genommen. Doch Rudolf Virchow gelang es, bei der Obduktion von Leichen nachzuweisen, dass Tuberkulin die Bakterien nicht abtötete und latent vorhandene Bakterien sogar aktivierte. Robert Koch musste nun die Zusammensetzung seines Geheimmittels preisgeben, wobei sich herausstellte, dass er selbst nicht genau wusste, was es enthielt. In dem Extrakt aus Tuberkelbazillen in Glyzerin konnten jedenfalls auch tote Tuberkelbazillen nachgewiesen werden. Aus der Traum? Noch lange nicht.

Er setzte sich zunächst nach Ägypten ab, hielt sich wenig in Deutschland auf, und er bat um seine Entlassung vom Hygiene-Institut sowie von der Universität. Koch forderte beim Kultusministerium ein eigenes Labor, wo er sich weiterhin und ausschließlich um die Erforschung und Entwicklung des Tuberkulins bemühen wollte. (Preußisches Institut für Infektionskrankheiten)

Die Produktion von Tuberkulin hingegen übernahm die Meister Lucius & Brüning AG (heute: Hoechst AG) in Frankfurt/Höchst.
Trotz dieser Niederlagen der Mikrobenjäger, und der Arbeiten des Professor Enderlein konnte sich die Infektionshypothese von Pasteur und Koch in der wissenschaftlichen Medizin etablieren und sie wird absurderweise bis heute kaum angezweifelt.
1905 gar erhielt er den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

1910 verstarb Robert Koch in Baden-Baden.

Die Bacille-Calmette-Guérin-Impfung (kurz: BCG) besteht aus lebenden, abgeschwächten Mykobakterien, speziell aus Mycobacterium bovis. Sie wurde in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg flächendeckend eingeführt.

1930 starben in Lübeck 77 Kinder nach einer Tuberkuloseimpfung, 131 Kinder erkrankten schwer.
Seit 1998 wird sie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut nicht mehr empfohlen, weil sie

  •  nur „begrenzt Schutz“ (nämlich GAR keinen) bietet, da es bei bakteriellen Erkrankungen keine Immunität gibt.
  • relativ häufig Nebenwirkungen (respektive Impftuberkulose) oder Komplikationen,
  • vor allem zu häufigen Todesfällen verursacht.

Da die Anzahl der Neuerkrankungen stark abgenommen hat, wird die Impfung in Deutschland nicht mehr durchgeführt, weil das Verhältnis von Nutzen und Risiko gegen eine flächendeckende Impfung spricht.

Der Tuberkulin-Hauttest, der zur Diagnose der Tuberkulose immer noch eine breite Anwendung findet, führt bei Menschen, die früher einmal eine BCG-Impfung erhalten haben, zu einem positiven Testergebnis. Die Reaktion beruht auf einem Ansprechen sensibilisierter T-Lymphozyten. Im Umkehrschluss muss man sich hier doch fragen, da es sich bei Tuberkulose um eine bakterielle Erkrankung handelt, ob Geimpfte nicht einfach chronisch/subklinisch an Tuberkulose erkrankt sind. Oder gibt es eine andere Antwort auf die Frage des Vorhandenseins von Tuberkulin (nach Impfung)…

Louis Pasteur (Frankreich 1822 – 1895)

1864 hält Pasteur im April einen Vortrag über seine Keimtheorie in Sorbonne, im Juli entwickelt er die Pasteurisierung.

Louis Pasteur – er studierte auf grausamste Weise Tollwut und deren Impfstoff.

1880 Beginn der Studien über die Tollwut.
Dies bedarf etwas mehr Aufmerksamkeit: In der Zeit um 1880 gab es viele streunende Hunde, einige davon mit der tödlich verlaufenden Tollwut infiziert.

Pasteurs „Faible“ für die Tollwut ging vielleicht auf ein Kindheitserlebnis von 1831 zurückgeführt, als in seiner Heimatstadt Arbois mehrere Menschen von einem tollwütigen Wolf gebissen worden waren. Der damals 8-jährige Louis Pasteur wurde Zeuge der traditionellen Behandlung – Ausbrennen der Bisswunde vom Dorfschmied mit einem glühenden Eisen –, was ihn sehr traumatisiert haben soll.

Pasteur begann seine quälerischen Tierversuche mit einem tollwütigen Hund, dem er Speichel entnahm, den er dann in einer Boullion „bebrütete“. Doch nichts geschah. („… die Suppe war augenscheinlich nicht tollwütig geworden…“ Anita Petek-Dimmer, 2009) Darum ging Pasteur davon aus, dass der Erreger sehr klein sein müsse, und nannte ihn „Virus“ (lat.: Gift, Saft, Schleim). So fand dieser Begriff seinen Weg in die moderne Medizin. Er ahnte damals noch nicht, dass sich im Speichel keine Erreger nachweisen lassen, was heute eine bekannte Tatsache unter Veterinären ist.

Weiterhin gebannt vom Gedanken, dass Tollwut ja ansteckend sein müsse, entnahm er einem an Tollwut verendeten Hund Gehirnmasse und spritzte sie gesunden Hunden ins Gehirn. Nach Krämpfen, Unruhe, Aggressivität etc. trat deren Tod ein. Pasteur sah dies als Beweisführung für die Übertragung der Tollwut, doch muss man sich doch fragen, ob es das direkt ins Gehirn eingespritzte Fremdprotein war, das zum Tode geführt hat. (z. B. durch anaphylaktischen Schock).

Unbeirrt ließ Pasteur Rückenmark tollwütiger Hunde eintrocknen und stellte daraus seinen Impfstoff her, den er Hunden mittels „Trepanation“ (Aufbohren der Schädeldecke) ins Gehirn verabreichte. Er ließ geimpfte und ungeimpfte Hunde von tollwütigen Doggen zerfleischen, um zu sehen, welche der noch lebenden ungeimpften Hunde das überstehen würde. Unzählige Tiere wurden so zu Tode gequält, unter genauer Beobachtung, versteht sich, um zu sehen, wie viele Tage es dauern würde, bis sie qualvoll verenden.
So produzierte Pasteur seine “Impfstoffe“.

Von aufgewühlten Tierschützern der Oberschicht unter Druck gesetzt ob der schlimmen Hundequälereien, musste Pasteur zweimal seine Folterstätten wechseln, um vom französischen Staat schließlich die im Wald nahe Paris gelegene einstige Villa von Napoleon III. mitsamt dem großen Besitztum zu beziehen. Von dort drangen keine gequälten Schreie mehr Richtung Bourgoisie. Die Qualen, die Pasteur den wehrlosen Hunden zufügte, waren so unermesslich, ohne dass Pasteur oder seine Frau ein Fünkchen Mitgefühl für die Tiere übrig hatten. Sind diese Qualen der Preis für die Wissenschaft?

Pasteur unternahm zwei Versuche, wie seinem Labortagebuch zu entnehmen war, die wenig Aufschluss gaben. Zum ersten öffentlichen Menschenversuch mit diesen „Impfstoff“ aus getrocknetem Rückenmark kam es, als am 6. Juli 1885 eine Frau aus dem Elsaß mit ihrem 9-jährigen Sohn Josef Meister, der 2 Tage zuvor an 14 Stellen gebissen worden war von einem vermeintlich tollwütigen Hund zu Pasteur gereist kamen. Nach Beratschlagung mit zwei Pariser Ärzten beschloss man, den Jungen mit dem getrockneten Rückenmark eines (zuvor geimpften, dann „tollwütigen“) Kaninchens in die Bauchdecke zu impfen. Drei Wochen lang fanden diese Injektionen täglich mit immer kürzer getrocknetem Rückenmark statt.

Der Junge blieb laut Pasteurs Aufzeichnungen gesund. Geklärt wurde allerdings nie, ob der beißende Hund tatsächlich tollwütig war. Nach heutiger Auffassung (Schmitt H., Impfungen 2000, ecomed, Seite 144) muss innerhalb von 24 Stunden nach dem Biss sowohl aktiv (damals Lebend-, heute Totimpfstoff) als auch passiv (Antikörper) geimpft werden, was damals allerdings nicht geschah. Und auch einige Tage waren ins Land gezogen, bevor der Junge die erste Spritze bekommen hatte. Man muss also hinterfragen, ob der beißende Hund überhaupt die Tollwut gehabt haben KANN.
Pasteur behauptete, dass er den Impfstoff an 50 Hunden erprobt hätte und in allen Fällen erfolgreich gewesen sei. Tatsächlich belegten die Labortagebücher, dass zu der speziellen Methode, mit der Joseph Meister behandelt worden war, die grausamen Tierexperimente noch nicht abgeschlossen waren.

Dieser Einzelfall galt dennoch als Geburtsstunde der Tollwutimpfung am Menschen.

1995 veröffentlichte der Wissenschafts-historiker Dr. Gerald Geison das Ergebnis seines 25-jährigen Vergleichens der Privataufzeichnungen Pasteurs mit den Veröffentlichungen Pasteurs und wies nach, dass die Infektionstheorie, die das Impfen begründet, auf einem Wissenschaftsbetrug basiert.

Trotz dieser skandalösen Umstände ist Pasteur zu geradezu unsterblichem Weltruhm gelangt. Auf jeder Milch- oder Saftpackung prangt das Wörtchen „pasteurisiert“. Und obwohl er auf dem Sterbebett zugegeben hat, dass sein großer Widersacher Claude Bernard Recht gehabt hatte, als dieser postulierte: „Der Keim ist nichts, das Milieu ist alles“, war alles bereits zu spät, und seine Irrtümer und Betrügereien fanden Einzug in die Lehrbücher. Und da stehen sie heute noch…

In den Nebenrollen

Kritisiert wurde Pasteur seinerzeit vom französischen Physiologen und Arzt Claude Bernard (1813 – 1878), er sei zu sehr fixiert auf den Erreger als Krankheitsauslöser auf Kosten der genaueren Betrachtung des Milieus, in dem eine Krankheit entsteht.

Antoine Béchamp (1816 – 1908), französischer Chemiker und Biologe postulierte, Keime finden sich natürlicherweise im Körper. Es sei die Krankheit, die das Umfeld erschaffe, das die Entwicklung ganz bestimmter Keime fördere.

Gegen Ende seines Lebens musste Pasteur schließlich doch erkennen, dass Béchamp und Bernard recht hatten, doch da war die Maschinerie der „Pasteurisierung“ schon im Gange und nicht mehr aufzuhalten.

1885 entwickelte der spanische Arzt Jaime Ferrán (1851 – 1929) einen Cholera-Impfstoff, bestehend aus lebenden Cholerabakterien. Die Wirksamkeit ist unter Medizinhistorikern umstritten. Er führte im gleichen Jahr bei der Epidemie in Valencia Massenimpfungen durch. Seine Vorgehensweise war zunächst umstritten, später setzte sich jedoch die Auffassung durch, dass seine Aktion ungeachtet mancher „Anfangsprobleme“ mit dem Lebendimpfstoff als positive Pionierarbeit zu werten sei.

1894 wird im Institut Pasteur die Diphtherie-Impfung entwickelt.
Pasteur entwickelte 1881 gemeinsam mit Émile Roux Impfstoffe gegen Milzbrand und 1885 gegen die Tollwut. Paul Ehrlich, Emil von Behring und Shibasaburo Kitasato entwickelten ab 1890 die passive Immunisierung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf weiter.

Emil von Behring (1854 – 1917) ist der Entdecker des Diphtherie- und des Tetanus-Antitoxins und wurde somit zum "Retter der Kinder." Außerdem war er der Mitbegründer der modernen Immunitätslehre und erhielt den ersten Nobelpreis im Jahr 1901 für Physiologie/Medizin. Diese Ehrung wurde ihm zuerkannt "für seine Arbeiten über Serumtherapie und besonders für deren Anwendung gegen Diphtherie, mit denen er der medizinischen Wissenschaft neue Wege erschloss und dem Arzt eine erfolgreiche Waffe im Kampf gegen Krankheit und Tod gegeben hat".

Ab 1889 war er am "Institut für Infektionskrankheiten" als Assistent von Robert Koch tätig und erforschte moderne Methoden der Bakteriologe. Bei Tierexperimenten am "Institut für Infektionskrankheiten" in Berlin gelangte Behring im Jahre 1889 zu der Erkenntnis, dass das Blutserum Träger der Immunität von Tieren gegen gewisse Krankheiten sei.

Bald darauf entdeckte Behring, dass im Blut von Diphterie kranken Tieren ein Antitoxin entsteht, was ihn zu dem Schluss brachte, dass nicht das Bakterium selbst, sondern ein von ihm gebildetes Toxin die Krankheitssymptome auslöst. Er fand heraus, dass diese Antitoxine den Körper in der Abwehr der Infektion unterstützen. Das Prinzip der passiven Impfung war geboren. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte er die passive Impfung für Diphterie und Tetanus.

Chroniken der Impfung

1890 schon gab es die erste passive Immunisierung gegen Diphterie.
Die Entwicklung von Heilseren und Impfstoffen machten Behring zu einem wohlhabenden Mann.

1904 gründete er in Marburg die nach ihm benannten Behring-Werke, die schon bald Diphtherie- und Tetanus-Seren in großen Mengen produzierten.

1923 wurde die Diphterie-Impfung in Deutschland eingeführt.

1927 wird die Tetanus-Impfung eingeführt.

1926 Entwicklung des Keuchhusten-Impfstoff.

1937 kommt die Gelbfieber-Impfung auf den Markt.

Jonas Edward Salk (1914 – 1995) war ein US-amerikanischer Arzt und Immunologe. Er entwickelte den inaktivierten Polioimpfstoff gegen Kinderlähmung, den er zunächst an sich selbst und seiner Familie erprobte. Es handelte sich um einen Totimpfstoff, bei dem die Polioviren mit Formalin abgetötet worden waren.

1955 erfolgte die Zulassung des Impfstoffs in den Vereinigten Staaten.

Im Folgejahr stand landesweit der Impfstoff zur Verfügung, allerdings steckte die Massenproduktion noch in den Kinderschuhen, und es gelangten lebende Viren in den Impfstoff. Mehrere Hundert-tausend Kinder erkrankten, fünf starben, 51 blieben dauerhaft gelähmt. Man bedenke den sorglosen Einsatz von DDT zur damaligen Zeit... Dieser US-amerikanische Arzneimittelskandal wurde bekannt als „Cutter Incident“.

1961 wurde von dem amerikanischen Professor für Kinderheilkunde Albert Sabin (1906 – 1993) die orale Polio-Vakzine/Schluckimpfung entwickelt. („Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist bitter“ lautete in Deutschland der Werbeslogan)

1964 kam ein Lebendimpfstoff für Masern auf den Markt.

Der berühmte Impfpass oder die „Dokumentation der Körpervergiftung“ in seiner ersten Ausfertigung. 

1967 wurde der Lebendimpfstoff für Mumps zugelassen.

Der Röteln-Lebendimpfstoff folgte 1970.

1973: FSME-Impfung

1977: Pneumokokken-Impfung, seit 2000 als Kinderimpfung von der STIKO empfohlen.

1981: Hepatitis B-Impfung

1982 Meningokokken-Impfung auf dem Markt, seit 1999 als Kinderimpfung von der STIKO empfohlen

1985 Hämophilus Influenza Typ B (Bakterien) Impfstoff zugelassen, seit 1990 als Kinderimpfung von der STIKO empfohlen

2006: HPV, sogenannte Gebärmutterkrebsimpfung

Im nächsten Teil gibt es alles Wissenswerte zu den Impfstoffen.

Autorin: Marlene E. Kunold

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