Lieferantin ganz besonderer Früchte
Der brasilianische Regenwald ist die Heimat vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. So gedeiht im Amazonasbecken unter anderem auch die Acai-Palme – eine Pflanze, die seit Jahrhunderten von der einheimischen Bevölkerung verehrt wird, in den letzten Jahren aber ebenso in der ganzen Welt Berühmtheit erlangte. Zurückzuführen ist das Interesse speziell an dieser Palme auf die Wirkung ihrer Früchte. Die Beeren der Acai Palme sind in ihrem Herkunftsgebiet ein bedeutendes Grundnahrungsmittel und ihnen wird ein besonderer, gesundheitsfördernder Effekt zugeschrieben. Die Acai-Früchte sind reich an essenziellen Aminosäuren, hochwertigen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Außerdem gelten sie als äußerst wichtiger Radikalfänger.
Die Acai-Palme wurde zuerst von dem deutschen Forscher Dr. Carl Friedrich Philipp von Martius beschrieben, der die Pflanze während seines Besuchs des Amazonasgebietes kennen lernte. Er verlieh der Palme den Namen Euterpe oleracea. Oleracea bedeutet nichts anderes als „Kohl“ oder Gemüse. Daher leiten sich auch die Namen Kohlpalme oder cabbage palm, die für die Acai-Palme gebräuchlich sind, ab. Vor allem aufgrund der äußeren Ähnlichkeit der essbaren Palmherzen mit Kohl bürgerte sich die Bezeichnung Kohlpalme für diesen Baum ein. Acai-Palmen kommen in zahlreichen Ländern zwischen dem Äquator und dem 30. nördlichem Breitengrad vor, so zum Beispiel auch in Venezuela, Ecuador, Kolumbien oder Guayana. Hauptsächlich sind sie aber im brasilianischen Amazonasbecken zu finden.
Diese interessanten Bäume erreichen eine Höhe von teilweise mehr als dreißig Metern. Das Höhenwachstum ist aber abhängig vom jeweiligen Lichteinfall. Auf stark von der Sonne beschienenen Arealen erreichen die Palmen nur geringe Höhen, während sie bei wenig Lichteinfall zu wahren Baumriesen heranwachsen können. Eine Acai-Palme hat mehrere Stämme. Der Durchmesser der Stämme beträgt lediglich sieben bis dreißig Zentimeter. Die Acai-Palme wirkt daher nicht wuchtig, sondern eher zierlich. Es handelt sich bei ihr um eine immergrüne und fiederblättrige Palme, die acht bis vierzehn Palmwedel ausbilden kann. Ein besonderes Kennzeichen von Acai-Palmen sind ihre Luftwurzeln. Luftwurzeln oder Pneumatophoren sind notwendig, weil die Palmenstandorte häufig überschwemmt werden.
Nach circa vier Jahren – abhängig von der Sonneneinstrahlung – zeigen sich die ersten Blüten. Die mehr als einen halben Meter langen Blütenstände werden im unteren Teil der Krone ausgebildet. Besetzt sind die Blütenstände mit sehr kleinen Blüten, die in ihrer Farbgebung von Gelb über Kastanienbraun bis hin zu fahlem Purpur variieren. Acai-Palmen bilden sowohl männliche als auch weibliche Blüten aus. Aus diesen Blüten entwickeln sich später kleine, beerenartige Früchte. Acai Früchte weisen zunächst eine grüne Färbung auf, werden im Laufe der Zeit aber immer dunkler, bis sie eine stark purpurfarbene Tönung bekommen.
Der Fruchtreichtum von Acai-Palmen ist enorm. Bis zu neunhundert Früchte kann ein einzelner Blütenstand ausbilden. Das bedeutet, dass an einem Palmenstamm ungefähr vierundzwanzig Kilogramm Acai-Beeren geerntet werden können. Die Haupterntezeit liegt in den Monaten Juli bis Dezember. Acai-Beeren besitzen ein charakteristisches Aussehen. Das Innere der Frucht besteht hauptsächlich aus dem Samen, der von einer dünnen Hülle ummantelt ist. An die Hülle schließt sich das Fruchtfleisch bzw. Mark an.
Verantwortlich für die Verbreitung der Acai-Samen sind die im Regenwald beheimateten Tiere. Vögel wie Papageien, aber auch Fische oder Hirsche tragen die Samen der Palme weiter. Diese beginnen nach ungefähr einem Monat zu keimen und bringen dann wieder neue Palmen hervor.
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Die antioxidative Wirkung der Acaibeere
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